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eSport erobert die Sportwelt – mit größeren Zuschauerzahlen als der Super Bowl

Während sich die Welt auf die großen Fußballmeisterschaften, den Super Bowl, Olympiaden und andere internationale Sportereignisse konzentriert, läuft diesen eine Disziplin ganz unerwartet in Sachen Zuschauerzahlen den Rang ab: eSport ist heute beliebter denn je, mit einem Millionenpublikum bei Turnieren, von dem sogar der gigantische Super Bowl nur träumen kann. Zurücklehnen, Streaming-Service einschalten und entspannt mitverfolgen, wie hochbegabte Profi-Gamer in Videospielen wie Dota 2, Fortnite oder League of Legends gegeneinander antreten – das ist populärer denn je. Mit den gigantischen Zuschauerzahlen kommen lukrative Sponsoren und schwindelerregende Preisgelder. Wir werfen einen Blick auf die höchstdotierten Events wie auch die besten deutschen Spieler.

Eine Neuheit ist eSport absolut nicht, doch erst in den letzten zehn Jahren wurde der elektronische Sport so richtig bekannt und als echte Sportart anerkannt. Bereits 1990 veranstaltete Nintendo eine Weltmeisterschaft, im gleichen Jahr wurden die ersten europaweiten Ligen gegründet. Aus der ursprünglichen DeCl (Deutsche Clanliga) wurde die ESL (Electronic Sports League), die nach Erhebungen im August 2020 über 10,9 Millionen Mitglieder zählte und zum Zeitpunkt bereits über 126.000 Turniere ausgetragen hat. ClanBase war die zweite große eSport-Liga in Europa, bis sie 2004 von der Global Gaming League übernommen wurde. Im Jahr 2000 fanden die ersten World Cyber Games in Seoul statt, 2003 wurde zum ersten Mal der Electronic Sports World Cup abgehalten, der noch heute, seit 2016 aber unter dem Namen eSports World Convention, stattfindet.

Während bei den ersten großen Turnieren um zwischen einer und fünf Millionen Dollar gespielt wurde, haben sich die Preisgelder seitdem vervielfacht. Das bis dato höchstdotierte Turnier ist The International 2019, bei dem Dota2 gespielt wird und sagenhafte 34,33 Millionen Dollar ausbezahlte. Bereits 2015 lagen die Siegerprämien des Turniers bei 18,43 Millionen Dollar und war damit höher dotiert als beispielsweise die Fortnite Worldcup Finals 2019 mit 15,29 Millionen Dollar in Preisgeldern. Die League Of Legends World Championship, die zuletzt 2018 stattfand, lockte im Vergleich dazu mit bescheidenen 6,45 Millionen Dollar, während die diesjährige PGI.S Championship insgesamt 7,07 Millionen Dollar an die besten Spieler ausbezahlte. Die Call Of Duty Wold Championship 2020 liegt lediglich auf Platz 14 der Rangliste hochdotierter Turniere, mit einem Preispool von 4,6 Millionen Dollar.

Wie kommt es zu derart gigantischen Summen, die von den ambitionierten, oftmals ganz jungen eSport-Profis heimgetragen werden? Die Beliebtheit der Turniere, vor Ort, aber vor allem auch online über Streaming-Dienste ausgestrahlt, spielt dabei natürlich eine erhebliche Rolle. Die Zuschauerzahlen großer Sportereignisse aus dem Jahr 2018 im Vergleich mögen dabei überraschend sein: 104 Millionen Menschen sahen den Super Bowl an, 164 Millionen Zuschauer das WM-Finale zwischen Frankreich und Kroatien. 205 Millionen Zuschauer hingegen verfolgten die World Cup Finals von League Of Legends. Beim Counter Strike: Global Offensive Turnier 2019 schalteten ebenfalls rund 195 Millionen Fans zu.

Die Veranstalter profitieren deshalb natürlich von überaus willigen Sponsoren, doch noch ein weiterer Bereich hat sich inzwischen als erhebliche Einnahmequelle etabliert: Auf eSport-Turniere können nämlich auch Wetten online abgeschlossen werden, was das Zuschauen noch spannender macht, wenn die Fans der Spiele auf die Sieger tippen und dabei sogar selbst Bares gewinnen können.

Zudem ist es für sie natürlich spannend, ihre Gamer-Idole beim Spielen zu beobachten und gleichzeitig von ihnen zu lernen, in der Hoffnung vielleicht selbst irgendwann erfolgreich an einem Turnier teilzunehmen. Die Teilnahme steht in der Regel jedem frei, allerdings muss man sich über viele Vorrunden behaupten, um eine Chance auf einem Platz bei den Finals oder Main Events zu ergattern. So wenige es wirklich schaffen mit eSport einen Lebensunterhat zu verdienen – ganz so fern wie in anderen Sportarten liegt die Hoffnung in einen Kader oder eine Mannschaft aufgenommen zu werden jedoch nicht. Sogar viele Bundesligamannschaften besitzen mittlerweile ein eSport-Team, der FC-Schalke 04 hat beispielsweise mit Tim Schwartmann und Lukas Schmandt zwei FIFA-Profis unter Vertrag, und betreibt auch ein League Of Legends Team, das mit Fußball im Grunde gar nichts zu tun hat – was wiederum Beweis für das wachsende Potenzial der virtuellen Sportdisziplin ist.

Zu den beliebtesten Spielen in Deutschland gehören derzeit Counter Strike, mit rund 4.500 Profispielern, League Of Legends mit 1.7000 professionellen Gamern, Fortnite mit 1.400 Profis am Start wie auch Overwatch, das Battle Royale Game Player Unkown’s Battleground, und eben auch Dota2 sowie das Strategiespiel Hearthstone mit immerhin über 800 Profi-Gamern.

Die deutschen Asse gehören dabei zu den besten der Welt, allen voran natürlich Kuro Salehi Takhashomie, besser bekannt unter dem Gamer-Namen KuroKy, der mit seinem Dota2-Fähigkeiten The International 2017 gewann. Im Alter von 28 Jahren konnte er sich bisher über fünf Millionen Dollar in Preisgeldern sichern und ist damit nicht nur der erfolgreichste deutsche eSportler, sondern liegt aktuell auch auf Platz sechs der Weltrangliste. Weltweit ist er zudem der einzige Spieler, der bisher mehr als 100 Profi-Spiele in Dota gewinnen konnte.

Unter dem Namen Amazing ist Maurice Stückenschneider bekannt, der mittlerweile 27 Jahre alt ist, seine eSport-Karriere jedoch bereits 2012 begann. 2018 wurde er als Coach des League of Legends Teams von Schalke 04 verpflichtet, wechselte 2019 jedoch zur US-Organisation Misfits Gaming.

Ebenfalls in der deutschen Szene umjubelt ist Mohammed „MoAuba“ Harkous, der 2019 als erster Deutscher den FIFA World-Cup gewann und damit ein Preisgeld von 2500.000 US-Dollar absahnte. Damals war er beim SV Werder Bremen unter Vertrag. Sein Gesamtverdienst aus gewonnenen eSport-Turnieren wird derzeit auf rund 340.000 US-Dollar geschätzt.

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