The Sinking City

Fallakte „The Sinking City“ – von H.P. Lovecraft aufgenommene Zeugenaussage

Auszug einer Zeugenaussage vom 21.August 1932, aufgenommen in Providence durch H.P. Lovecraft als Teil der Fallakte „The Sinking City“.

‘‘Bevor wir fortfahren, würde ich Ihnen gerne etwas über Charles Winfield Reed erzählen. Als ich ihn kennenlernte, war er gerade in unserem Krankenhaus eingetroffen. Man hatte ihn alleine und scheinbar besessen auf einer verlassenen Insel gefunden, verloren inmitten des Ozeans. Er war ein Veteran des ersten Weltkrieges und hatte als Besatzungsmitglied der USS Cyclops gedient. Ich habe nie herausgefunden, was genau sich zugetragen hat, doch er war der einzige Überlebende einer Katastrophe, die er als ‚übernatürlich‘ bezeichnete und die die Leben aller übrigen Besatzungsmitglieder gekostet hatte.

The Sinking City

Er verbrachte einige Zeit hier, bevor er das Personal davon überzeugen konnte, dass es ihm besser ginge und er entlassen werden könnte. Ich habe das nie geglaubt: Er wurde von albtraumhaften, zyklopischen Visionen heimgesucht, die er sich nicht erklären konnte. In seinem Inneren erzeugten sie jedoch eine unbegründete Angst und eine erschreckende Unruhe, die ihn unweigerlich tiefer in den Wahnsinn trieben. Wer weiß, was seine gepeinigte Seele gesehen und vergessen hatte… Unbekehrbar schien er sich von Oakmont, einem kleinen Dorf im neuenglischen Massachusetts, angezogen zu fühlen. Er glaubte, er müsse diesen Ort aufsuchen. Ich denke, das ist der Grund dafür, warum er alles tat, um dorthin zu gelangen. Der einst florierende Industriestandort Oakmont war durch eine riesige Flut verwüstet worden, die das halbe Städtchen überschwemmt und zu Fällen von Massenhysterie geführt hatte. Bewohnern zufolge hatte der Ozean eine Art bösen und widernatürlichen Einfluss ausgeübt. Kann man all das glauben? Oakmont ist jetzt eine verlorene Stadt. Sie liegt zum Teil unter Wasser und ist in Schatten gehüllt. Wahnsinn mischt sich dort mit Verzweiflung. An diesem Ort hoffte Charles Winfield Reed Antworten auf seine Fragen zu finden. Indem er jeden Winkel und jedes Viertel durchsuchte – egal, ob Wohn- oder Geschäftsviertel, Industriegebiet, reiche oder arme Gegend – glaubte er, den Schleier lüften zu können, der über seinen verlorenen Erinnerungen lag, und Licht in die „Schrecken zu bringen, die im Inneren versteckt darauf warten, die Welt zu überschwemmen.“ Das war jedenfalls seine Sicht der Dinge. Wenn Sie mehr erfahren möchten, müssen Sie selbst im Archiv, hier oder hier nachsehen. Ich habe jedoch keine Ahnung, was ihm nach seinem Aufbruch widerfahren ist… Wenn Sie ihm begegnen, würde ich mich sehr für den Rest der Geschichte interessieren… Könnten Sie das für mich tun?

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