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[Review] A.O.T. 2 (Switch)

Mit knapp 14GB Downloadvolumen hat uns KOEI TECMO GAMES seinen Titel A.O.T. 2 bzw. Attack on Titan 2 kredenzt, der die Fortsetzung des Actionspiels ist, welches auf der Attack on Titan Serie basiert. KOCH MEDIA hat uns freundlicherweise ein Exemplar für dieses Review zur Verfügung gestellt. Neben einer Kampagne für Einzelspieler ist es auch möglich, mit bis zu acht Gamern online Gefechte auszutragen.

In jüngster Vergangenheit hat sich immer wieder gezeigt, dass sich Videospiele, die auf Animes oder Mangas basieren, sehr gut verkaufen. Werden diese Games dann ordentlich gefüttert und die Community gut mit Inhalt versorgt, kann schnell ein großer Erfolg resultieren.

Genau da setzt Attack on Titan 2 an. Es wird nicht nur das Setting für das Spiel verwendet, sondern die gesamte Story der ersten beiden Staffeln umgesetzt. So können Fans nicht nur in die Welt eintauchen, sondern eben auch die konkrete Story nachvollziehen bzw. erleben. Das Ergebnis ist ein rasantes Actionspiel. Es mag sicherlich den einen oder anderen geben, der gewisse Gemeinsamkeiten mit Monster Hunter: World erkennt, aber das fällt für uns nicht ins Gewicht, zumal das Setting auch vollkommen unterschiedlich ist. Was bleibt, ist das Jagen und Erlegen von Riesen, indem auf einzelne Körperteile gezielt wird und diese gegebenenfalls direkt abgehakt werden.

Character Editor

Über das Drücken von Y schießt ihr einen Enterhaken ab, der sich so ziemlich an allem festhaken kann. Dabei spielt es keine Rolle, ob Gebäude, Baum oder Titan selbst. Ihr werdet katapultartig in die Luft geschossen. Dieser Enterhaken und seine schnellen Aktionen begünstigen den im Mittelpunkt stehenden Nahkampf (melee combat), da ihr euch z.B. schnell zwischen Gebäuden bewegen könnt und so den Angriffen der Titanen sehr gut entgeht. Der Spieler muss im richtigen Moment ausweichen, um nicht erwischt zu werden.

An diese Bewegungsabläufe muss man sich dann erstmal gewöhnen, da im speziellen die Kamera nicht immer so schnell mitkommt, wie man sich das als Gamer wünscht. Sind einem die Mechaniken in Fleisch und Blut übergegangen, das dauert nicht zu lange, fühlt man sich wohl und es kommt ein bisschen Spiderman-Gefühl auf, weil sich der Protagonist teils sehr schnell von A nach B schwingt. Allerdings besitzt das “Omni-Directional Mobility Gear”, an dem unter anderem der Enterhaken installiert ist, nicht unendlich Treibstoff. Ihr müsst also immer ein Auge drauf haben. Zudem müssen eure Schwerter, analog zum genannten Monster Hunter, in regelmäßigen Abständen geschärft werden. Diese beiden Komponenten bringen nochmal einen taktischen Part in das Spielgeschehen mit ein.

Ab ins Getümmel

Der Namensgeber von A.O.T. 2 sind die Titanen, also im weitesten Sinne Riesen, die es zu besiegen oder fangen gilt. Im Vergleich zu Teil 1 der Serie existieren im Nachfolger deutlich mehr Variationen und jeder hat seine Stärken und Schwächen.

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Die Kämpfe selbst sind eigentlich ziemlich einfach, wenn man die beschriebenen Mechaniken einmal verinnerlicht hat. Über R wird ein Titan in den Fokus genommen. Weiteres Drücken von R springt dann zwischen den einzelnen Körperteilen umher. Mittels X wird euer “Mobility Gear” fixiert und zoomt hinein und über das wiederholte Drücken von X machen wir richtig Schaden am Gegner. Das reicht natürlich noch nicht aus, um einen Kampf zu bestehen. Bis zu vier KI-Spieler können euch begleiten, denen ihr Befehle geben müsst. Da jeder dieser “Computer” einzigartige Fähigkeiten mitbringt, werden die Kämpfe sehr taktisch, wiederholen sich aber natürlich auch ab und an. Beherrscht ihr die Abläufe, fühlt es sich alles wie ein stetiger Grind an, da ihr attackiert, euch neu organisiert und dann wieder in die Attacke übergeht. Da könnte der eine oder andere sicherlich die Lust am Videospiel verlieren, aber letztendlich funktionieren solche Titel einfach so. Anders funktioniert es in Monster Hunter auch nicht, denn ein stetiger Grind ist einfach wichtig für dieses Genre.

Was passiert noch so?

Zusätzlich zur Zeit auf dem Schlachtfeld verbringt der Hauptcharakter auch einige Zeit damit, mit anderen NPCs zu interagieren und so das Freundschafts-Level zu erhöhen. Die Dialoge sind teils sehr interessant oder gar spannend und wichtig für das Gesamtbild des Spiels. Wir finden alte Bekannte aus Attack on Titan wieder und lernen neue Leute kennen. Dabei wird die Story aus Staffel 1 des Animes sehr gut wiedergegeben bzw. erlebt und Staffel 2 erstmalig in einem Videogame aufgegriffen.

Je nachdem wie die Dialoge mit den Charakteren ablaufen und welche Nebenquests erledigt werden, erhält die Freundschafts-Wertung einen Boost und dies resultiert dann z.B. wiederum in neuen Fähigkeiten oder auch Buffs, die sehr hilfreich während der Kämpfe sind. Folglich wird das Abarbeiten der Dialoge auch gut belohnt und sollte für ein Gesamtbild über A.O.T. 2 auch geschehen.

Im Zuge der viele unterschiedlichen Charaktere stellt sich dann die Frage, wie wir als Protagonist da reinpassen. Spielte man im ersten Attack on Titan noch eine von zehn Hauptfiguren, die auch im Anime vertreten sind, wurde dieses Feature im Nachfolger nicht implementiert, was darin resultiert, dass man sich nicht so richtig zugehörig fühlt. Der Gamer baut sich einen komplett eigenen Char im Editor. Die Anpassungsmöglichkeiten sind vielfältig.

Das Storytelling wurde richtig gut in Szene gesetzt. Die Geschichte folgt natürlich ihrem Weg und obschon einige Nebenquests etc. existieren, haben wir als Spieler keinen Impact auf das Geschehen rund um uns herum. Was uns aber bleibt, sind deutsche Untertitel, um der Story einwandfrei folgen zu können.

Event 07

What else…?

A.O.T. 2 bietet neben den Kämpfen und der Story aber auch noch einige andere Möglichkeiten, sich zu verbessern und/oder Zeit ingame zu verbringen. In der Stadt könnt ihr z.B. Forschungen zu Titanen einsehen, die ihr bereits gefangen habt. So lassen sich Schwachpunkte nachlesen, wenn ihr gegen einen Feind zieht, den ihr lange nicht bekämpft habt.

Natürlich lassen sich auch das Equipment verbessern und neue Waffen craften, welche dann in einem Trainingsmodus ausprobiert werden können. Dazu sammelt der Spieler Materialien in den Missionen oder handelt mit anderen.

Erhöhten Wiederspielwert bietet eine mittlerweile gut ausgebaute Auswahl an Online-Aktivitäten. Zunächst bietet sich an, das Game im Co-op zu zocken. Dieses Feature ist nicht regional begrenzt und bringt euch mit Spielern auf der ganzen Welt zusammen. Klassisches PvP ist ebenfalls vertreten in Form von Matches 4vs4. Richtig lustig wird es im Predator Mode, in dem ihr als Titan loszieht, ummöglichst viel Schaden anzurichten.

Der Expulsion Mode hat etwas von einem Battle Royale Spiel. Ihr bekämpft zwar Titans, also Gegner, müsst aber die höchste Punktzahl erreichen, um erfolgreich aus der Schlacht hervorzugehen. Anderen Spielern kann man zwar keinen Schaden zufügen, aber Kills und somit Punkte klauen geht allemal. In einem Match von vier Minuten müssen möglichst viele Titanen niedergestreckt werden. So richtig die Köpfe einschlagen ist seit dem Mai-Update möglich. 1vs1 stellt ihr euch einem Feind und ringt um den Sieg.

Base Building

Ansonsten fühlt sich A.O.T. 2 an wirklich vielen Stellen wie Monster Hunter: World an. Auf SOS von anderen Spielern kann reagiert werden und ihr springt einem anderen Gamer zur Seite. Außerdem können etwa Ressourcen gehandelt werden, um euer Equipment zu verbessern oder neue Waffen herzustellen.

Die Grafik ist gewöhnungsbedürftig, aber absolutes Merkmal für und von Attack on Titan. In unserem Test lief das Spiel zu jedem Zeitpunkt flüssig. Die Lokalisierung begrenzt sich leider auf japanische Vertonung und deutsche Untertitel. Das ist schade, aber letztendlich für einen solchen Titel, der sich vermutlich primär an Fans der Serie richten wird, absolut okay. Die Soundeffekte sind typisch japanisch pompös und machen Spaß, die musikalische Untermalung ist eher Nebensache.

Geschätzt kommt man ganz locker auf mindestens 60-70 Stunden Spielzeit für die Kampagne, sofern man überall ein S-Rating erhalten möchte. Dann existieren zusätzlich schon einige interessante Modi, die den Wiederspielwert und vor allen Dingen den Spielspaß ungemein anheben. In Zukunft wird dieses Repertoire sicherlich noch erweitert werden.

Nanaba Battle

Fazit

Seid ihr Einsteiger in der Attack on Titan Serie, könnt ihr mit diesem Teil beginnen. Die Story des ersten Spiels bzw. der ersten Staffel des Animes wird mit erzählt.

Die Kämpfe sind taktisch und vor allem rasant. Es kommt zu repetitiven Auseinandersetzungen, aber ein wenig Grind schadet dem Käufer dieses Games sicherlich nicht. Die Kamera nervt vor allem zu Beginn gewaltig, aber wenn man sich einmal daran gewöhnt hat, ist es nicht mehr so schlimm.

A.O.T. 2 ist ein richtig gutes Action-Adventure auf der Nintendo Switch und hat viele Elemente mit Monster Hunter: World gemein. Auch wenn es nach einem sehr speziellen Titel ausschaut, können wir das Videospiel tatsächlich auch für Neueinsteiger der Serie empfehlen.

Action 1

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A.O.T. 2

7.9

Grafik

7.0/10

Sound

7.5/10

Gameplay

7.5/10

Umfang

10.0/10

Spielspaß

7.5/10

Pros

  • Hoher Wiederspielwert
  • Regelmäßige Updates
  • Viele Spielmodi sorgen für Abwechslung
  • Story

Cons

  • Repetitives Gameplay
  • Soundtrack könnte besser sein
  • Kamera schwerfällig

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