EXTINCTION Keyart

[Review] Extinction

Modus Games und Entwickler Iron Galaxy (Killer Instinct) präsentieren mit Extinction ein Third-Person-Action-Spiel mit Fantasy-Hintergrund. Die Entwickler selber bezeichnen es auch als Fähigkeiten basiertes Kampfspiel. Wer schon immer davon geträumt hat einer schier endlosen Horde. wütender 40 Meter großer Oger, entgegenzutreten und diese mit atemberaubender Geschwindigkeit zu umkreisen, ihnen Rüstungsteile und Gliedmaßen abzuhacken – für den könnte Extinction ein wahrer Glücksgriff sein. Genau dies bietet das Spiel nämlich. Allerdings wäre es natürlich wünschenswert wenn das Spiel, neben Ogern mit einem mächtigen Todesstoß den Kopf vom Rumpf zu schlagen, vielleicht noch etwas mehr zu bieten hätte. Ob dies so ist erfahrt ihr im nun folgenden Review.

Die Geschichte ist keineswegs schlecht, bietet allerdings teilweise schon ein bisschen viel der Marke Standard Fantasy-Abenteuer. Extinction spielt in einer Welt die immerzu vom Krieg beherrscht wurde. Als sich im Land Dolorum ein riesiges Portal öffnet, erwacht eine finstere Bedrohung, über die bisher nur in Märchen gesprochen wurde, plötzlich zum Leben. Als Spieler schlüpft man in die Rolle von Avil, einem Lehrling eines uralten Ordens. Der der Wächter, der das Wissen über eine geheimnisvolle monströse Bedrohung, die Ravenii, bisher bewahrte – sowie auch die uralten Techniken, mit denen man sie vernichten kann. Im Laufe der Zeit (ohne die düstere Bedrohung) ist Orden der Wächter immer mehr in den Hintergrund gerückt. Avil scheint zum Zeitpunkt der neuen Bedrohung der letzte Hinterbliebene zu sein und ist nun die letzte Hoffnung der Menschheit.

Extinction Screenshot

Wenn man sich das Titelbild so anschaut erscheint Extinction auf den ersten Blick relativ düster, auch die Zwischensequenzen wirken eher ernst. Ist das Spiel dann erstmal gestartet ist Extinction dann aber doch überraschen „knuddelig“ und bunter als die meisten (oder zumindest ich) es erwartet hätten. Mir kam im ersten Moment irgendwie „Kingdoms of Amalur“ in den Sinn (fragt mich nicht warum und wieso). Der Eindruck verfliegt aber auch wieder sehr schnell, spätestens wenn das erste Mal Blut spritz. Während der Einführung läuft man dann direkt durch das erste Dorf und erkennt das erste Ausmaß der Bedrohung. Die Schragen der Ravenii pferchen die Dorfbewohner zusammen und wollen die töten. Wir machen uns mit Avil direkt daran diese zu beschützen und die Feinde zu vertreiben. Über das gesamte Dorf- oder Stadtgebiet verteilt gibt es mehrere solcher Stellen an denen es zu solchen übergriffen kommt. In deren Mittelpunkt ist dann auch immer eine Art Rundenstein, den man aktiveren muss um die Bürger zu Retter. In den meisten Fällen macht es auf jeden Fall Sinn vorher die Gegner in der näheren Umgebung auszuschalten. Zusätzlich hält jedes Gebiet weitere Aufgaben bereit, wie bestimmte Objekte zerstören oder bestimmte Bereiche säubern. Für besiegte Gegner oder erledigte Missionsziele gibt es dann typischerweise Punkte zur Belohnung. Mit diesen Punkten lassen sich dann die vorhandenen Fähigkeiten steigern oder sogar neue Fähigkeiten freischalten. Bei den Fähigkeiten handelt es sich dann um steigerbare Attribute wie „mehr Schaden“ oder „höhere Gesundheit“, aber auch eventuell recht hilfreiche Sachen wie „Bürger 30% schneller befreien“, was keinesfalls zu unterschätzen ist.

Extinction

Wenn man dann den Schergen den gar ausgemacht hat und die ersten Missionsziele erledigt sind kommt dann das erste richtige Highlight – ein Ravenii wurde vor den Stadttoren gesichtet. Heißt in Standard-Fantasysprache das ein riesiger Oger auf die Stadt zumarschiert und alles plattmacht was ihm im Weg ist. Ein Held wie Avil will natürlich das schlimmste verhindern und stürmt dem Ungetüm entgegen bevor es die Stadt erreicht. Hier heißt es dann in der Tat auch schnell sein, denn wenn der grüne Gigant die Stadt erreicht macht er in der Tat so ziemlich alles dem Erdboden gleich. So kommt es dann zum ersten Kampf frei nach dem Motto „David gegen Goliath“. Mit normalen Hieben kommt man so einem Riesen, der dazu eine Rüstung trägt, natürlich nicht bei. Hier muss man also taktisch vorgehen. Avil kann auf Knopfdruck bestimmte Schwachstellen der Rüstung anvisieren und dann mit besonders mächtigen Hieben diese beschädigen, beziehungsweise Teile abtrennen. Anschließend ist es möglich mit der gleichen Technik die Gliedmaßen des Ravenii anzuvisieren und bei erfolgreichem Treffer abzutrennen. Hat man diese Prozedere ein paarmal erfolgreich durchgeführt kann man den Ravenii beispielsweise in die Knie zwingen und diesen dann besteigen (also auf ihn draufklettern, nur um Missverständnisse zu vermeiden) und sich bis zu seinem Kopf hocharbeiten. Ist man auch hierbei erfolgreich kann man zum Todesstoß ansetzen und den Ravenii final erledigen. Klingt recht simpel und einfach, ist aber tatsächlich in vielen Fällen ein Herausforderung, benötigt Geschick und taktisches vorgehen. Die nachfolgenden Ravenii werden nämlich stärker, sind besser gerüstet und werden auch aggressiver. Nicht selten ist der Ravenii schon dabei die ersten Häuser einzureißen während man noch versucht den ersten erfolgreichen Treffer zu landen. Nicht selten wird hier ein Vergleich zu „Attack on Titan“ fallen.

Extinction

Die Hauptstory ist in sieben Kapitel aufgeteilt, von dem jedes in mehrere Missionsabschnitte unterteilt ist. Hat man eine Mission abgeschlossen gibt es im Anschluss eine Bewertung, von einem bis hin zu drei Sternen. Abhängig davon wie man die Mission erfüllt hat, ob alle Ziele erledigt wurden und auch wie schnell man dabei war. Bereits absolvierte Kapitel und Missionen lassen sich über das Hauptmenü einzeln anwählen um jederzeit einem Versuch starten zu können das bisherige Ergebnis zu verbessern. Storytechnisch haben die Entwickler versprochen das es zu einigen (überraschenden) Wendungen kommt. Wie bereits erwähnt ist die Story keineswegs schlecht und ein paar Überraschungen sind in der Tat vorhanden, aber eine epische Saga ist hier nicht zu erwarten.

Zusätzlich zum Kampagnenmodus gibt es noch tägliche Herausforderungen, bei denen es immer wieder wechselnde Aufgaben gibt die man bestmöglich oder in Bestzeit absolvieren muss. Weitere Modi sind „Scharmützel“, bei denen es darum geht mit Freunden auf zufällig generierten Schlachtfeldern um die Höchstpunktzahl im Feindemetzeln zu kämpfen, und „Auslöschung“ wo es darum geht mit nur einem Leben so viele Gegner wie möglich auszuschalten.

Extinction kann richtig Spaß machen, sofern man sich mit der Steuerung richtig vertraut macht. Bei den späteren Kämpfen gegen mächtige Ravenii ist es oft sehr wichtig das man im entscheidenden Moment den Gegner, oder die Schwachstelle, nicht verfehlt. Man hat dann einfach nicht mehr so viele gute Gelegenheiten bevor der Gegner einem selber ordentlich zusetzt, oder einem läuft auch die Zeit davon. Das die Entwickler Erfahrung mit Kampfspielen haben und auch eine klare Vorstellung davon hatten was sie den Spielern bieten wollen ist auch ersichtlich. Mangeln tut es halt ein wenig an der Abwechslung, eben weil der Fokus auch stark auf dem Wertungsprinzip und dem Wettstreit liegt. Das „Inhalte zum Herunterladen“ im Hauptmenü und der unter dem Titel „Days of Dolorum“ angekündigte Season Pass hegen aber auf jeden Fall die Hoffnung das die Entwickler auf Dauer noch was nachlegen um den Titel mit weiteren interessanten Inhalten zu versorgen. Für alle die es gerne etwas actionreicher und rasanter mögen und zudem auf Herausforderungen stehen ist Extinction auf jeden Fall einen Blick wert. Wer hier ein richtiges Rollenspiel oder ein storylastiges Action Adventure erwartet gehört aber nicht zur eindeutigen Zielgruppe.

 

 

 

 

Hat dir dieser Beitrag gefallen?

Klicke auf die Sterne um zu bewerten!

Es tut uns leid, dass der Beitrag für dich nicht hilfreich war!

Lasse uns diesen Beitrag verbessern!

Wie können wir diesen Beitrag verbessern?

Extinction

7.1

Grafik

7.7/10

Sound

7.3/10

Gameplay

7.0/10

Umfang

7.2/10

Spielspaß

6.3/10

Pros

  • gelungener Comic-Stil
  • gute Ansätze bei Fertigkeiten & Spielidee
  • Herausforderung durch Wertungsystem und Highscore-Wettbewerb
  • Story beginnt ganz nett...

Cons

  • ...bleibt aber blass und verschenkt Potential
  • Steuerung leicht zu lernen, doch schwer zu beherrschen
  • Repetitives Gameplay
  • NPCs nur (passives) Beiwerk

Kommentar verfassen