Final Fantasy VII Remake

[Review] Final Fantasy VII Remake

Seit dem 10. April dürfen sich alle Fans in der ersten Episode von Final Fantasy VII Remake austoben und sich in der fantastischen Spielwelt verlieren. Wir haben uns extra viel Zeit genommen, um euch genau sagen zu können, warum kein Final Fantasy-Fan sich dieses Spiel entgehen lassen sollte.

Das Final Fantasy VII Remake ist bis zum 10. April 2021 exklusiv für die PlayStation 4 erhältlich.


Ersteindruck

Einfach wunderschön.
Final Fantasy VII Remake Review
Die Kirche dürfe einer der bekanntesten Orte aus dem Original sein. / FF VII Remake

Nachdem wir ja bereits in der Demo des Spiels einen ersten Eindruck gewinnen konnten und sich an diesem Eindruck auch in der Vollerversion nichts geändert hat, können wir es an dieser Stelle etwas kürzer halten: BOAH EYYY!

Beim PS1-Original bekamen wir die Spielwelt noch in einer Top-Shot Kameraperspektive präsentiert. Damals konnten wir nur erahnen, wie imposant Midgar wirklich ist. Im Remake dürfen wir, dank der Third-Person Kamera, unseren Helden direkt über die Schulter schauen und befinden uns ganz nah am Geschehen, was sowohl die Eindrücke der Spielwelt als auch die Konfrontationen mit unseren Gegnern deutlich intensiviert.

Wie schon in der Demo, hat uns das Feeling, die Atmosphäre, das Gameplay … praktisch ALLES von der ersten Sekunde an voll gepackt. Das Feeling des Orginals mit den Möglichkeiten von heute neu aufleben zu lassen, war sicher eine der größten Herausforderungen bei der Entwicklung von Final Fantasy VII Remake. Square Enix ist aber noch viel mehr gelungen. Sie haben mit Final Fantasy VII Remake ein Spielgefühl erschaffen, dass die Nostalgie nicht nur aufleben lässt, sondern ihr eine völlig neue Dimension verleiht.


Gameplay

Ein bisschen Action schadet nicht.

In Sachen Gameplay hat sich gegenüber dem Original praktisch alles verändert. Das klassische, rundenbasierte Kampfsystem gibt es in dieser Form gar nicht mehr. Zwar kann man ein klassisches System auswählen, aber auch das ist längst nicht so wie damals. In unserem Spieldurchgang machte es den Eindruck, dass die Charaktere ungewohnt passiv agieren. Eigentlich sollen sie (laut Beschreibung) ja selbstständig kämpfen, aber in vielen Situationen haben sie das nur sehr zögerlich und zurückhaltend gemacht, was die Gefechte etwas zäh wirken lies. Wir bevorzugen und empfehlen daher die überarbeitete, freie Steuerung.

Das etwas actionlastigere Gameplay mit viel Bewegungsfreiheit steht dem Spiel ausgezeichnet. Man hat (gefühlt) sehr viel mehr Kontrolle über das Kampfgeschehen und kann das Gefecht nach seinen eigenen Vorstellungen gestalten. Mit ein wenig Übung bekommt man irgendwann sogar das gezielte und vor allem schnelle nutzen der taktischen Anweisungen für die KI-Mitstreiter in den Griff. Vor allem in einigen Bosskämpfen ist das auch unerlässlich, da man hier nur bestehen kann, wenn alle Gruppenmitglieder gezielt eingesetzt und ihre Stärken richtig ausgespielt werden.
Im Kampfsystem offenbart sich aber auch eine Schwäche des Gameplays. Vor allem im Hard-Mode wird man oft in die Situation geraten, dass der/die Gegner eine Welle von Angriffen starten, aus der ihr euch nicht mehr befreien könnt. Hat der Feind euch einmal ungünstig in eine Ecke gedrängt, ist der Kampf praktisch schon verloren. Auch das ständige Unterbrechen eurer Spezialfähigkeiten durch die Gegner ist mit der Zeit nur noch frustrierend. Zwar SOLL es eine Herausforderung sein, aber in diesem speziellen Punkt hätte das Gameplay noch ein wenig Feinschliff gebrauchen können.

Final Fantasy VII Test
Geschickt kombiniert eingesetzte Materia können einen entscheidenden Vorteil bringen. / FF VII Remake

Die Spielwelt ist nicht so offen gestaltet, wie wir es aus nachfolgenenden Ablegern der Final-Fantasy-Saga kennen. Cloud und sein Team verfolgen die Geschichte relativ geradlinig. Wir kämpfen uns die meiste Zeit über durch eher kleine Level-Areale und enge Gassen und die ein oder andere Abzweigung, als alternative Route, zum nächsten Ziel. Der Fokus liegt eben deutlich auf der sehr cineastischen Atmosphäre. Da bleibt für Bewegungsfreiheiten nicht mehr viel Platz.

Wer eine richtige Herausforderung sucht, der kann diese im Hard-Mode finden. Habt ihr das Spiel einmal durchgespielt, wird neben der Kapitelauswahl auch der Hard-Mode freigeschaltet. Und hier ist der Name tatsächlich wörtlich zu nehmen. Einige der Kämpfe sind bockschwer und ohne die richtige Strategie und Ausrüstung praktisch nicht zu schaffen. Hier gilt es, sich nicht nur gut auszurüsten, die Materia hoch zu skillen und zu wissen welche Knöpfe man drücken muss. Um im Hard-Mode zu bestehen, müsst ihr die Gegner und ihre Schwächen kennen, im richtigen Moment den Charakter wechseln und dann auch noch dessen Fähigkeiten richtig einsetzen. Kurzum: Ihr müsst das Spiel in (möglichst) allen Facetten beherrschen und kennen, ansonsten beißt ihr euch vor allem an den Bossen alle Zähne aus.


Umfang/Inhalt

Jede Menge Arbeit.

In Sachen Inhalt kann man sich absolut nicht beschweren. Spielzeiten von ca. 40 Stunden für die Hauptgeschichte und weit über 50 – 60 Stunden, wenn man Nebenaufgaben und zusätzliche Inhalte nachträglich erledigen will, dürften keine Seltenheit sein. Die erste Episode konzentriert sich dabei ausschließlich auf die Geschehnisse in der vom Großkonzern Shinra beherrschten Metropole Midgar. Dieser Teil der Story fällt somit deutlich umfangreicher aus, als das noch im Original der Fall war. Wer jetzt befürchtet, dass die Entwickler die ursprüngliche Story verwässert oder künstlich gestreckt haben, der darf erleichtert aufatmen. Square Enix ist es auf beeindruckende Art und Weise gelungen, der spannenden Handlung ganz neue Facetten hinzuzufügen und den charismatischen Charakteren um Cloud und Barret neue Tiefe zu verleihen.

Final Fantasy VII Remake test
Level 50 allein wird nicht reichen um im Hard Mode zu bestehen. / FF VII Remake

Dabei wird es die komplette Spielzeit über kein bisschen langweilig. Es gibt immer irgendwas zu erledigen oder zu entdecken. Die eng gesteckten Levelgrenzen in Final Fantasy VII Remake machen es jedoch spürbar schwer, sich zu entfalten. Die wenigen Nebenaufgaben, die uns auf unserer Reise begegnen, sind viel zu simpel, als dass sie nachhaltig den Spielspaß steigern könnten. Oft geht es nur darum, einen verlorenen Gegenstand wiederzufinden oder einen bestimmten Gegner zu erledigen. Unterm Strich wirkt das dann eher wie ein uninspirierter Lückenfüller. Hier wäre ein bisschen mehr drin gewesen, um der Spielwelt mehr Leben einzuhauchen und die meist unbeteiligten Figuren mehr in die Geschichte einzubinden. Immerhin geht es in der Geschichte auch um die Menschen in Midgar. Daher ist es schon etwas schade, dass gerade die oft wie unwichtige Statisten wirken.

Besonders Fans von Eastereggs werden bei Final Fantasy VII Remake auf ihre Kosten kommen. Das Spiel ist vollgepackt mit Anspielungen und Referenzen auf Final Fantasy. Und das beschränkt sich nicht nur auf das Original von Final Fantasy VII, sondern erstreckt sich über viele Teile des gesamten Franchises. Manche davon sind offefnsichtlich, andere wiederum nur für Hardcore Fans zu erkennen. Es lohnt sich also nicht nur die Augen für Items offen zu halten. Auch für das ein oder andere Easteregg, dass einem ein nostalgisches Lächeln ins Gesicht zaubert, lohnt sich das Erforschen der Areale im Spiel.

Zusätzliche Anmerkung:

Der Umfang von Final Fantasy VII Remake dürfte einer der Punkte sein, bei denen die Meinungen etwas auseinander gehen. Die einen finden es ok, oder sogar gut, dass das Remake in mehreren Teilen erscheint, andere wiederum halten es für Abzocke, weil jeder Teil als Vollpreistitel erscheinen wird. Berücksichtigen sollte man hier aber immer, dass wir es nicht mit einem „einfachen“ Remaster zu tun haben. Abgesehen von der zugrunde liegenden Story, ist Final Fantasy VII Remake ein vollkommen neu entwickeltes Spiel. Noch dazu liegt es mit ca. 40 Stunden Spielzeit, allein für die Hauptgeschichte, über dem Durchschnitt. Und nimmt man die Spielzeit für das nachträgliche Erledigen fehlender Aufträge usw. noch dazu, dürften noch einige Stunden Spielspaß dazu kommen. Man kann außerdem davon ausgehen, dass die zukünftigen Teile der Saga mit ähnlich viel Inhalt daher kommen. Von daher empfinden wir das Meckern wegen Abzocke und Dergleichen eher als lästig und typisch deutsches „Meckern um des Meckerns willen“.


Grafik/Sound/Technik

Ein moderner Picasso?
FF VII Remake test
Solch schöne Szenen gibt es in Final Fantasy VII Remake häufiger zu sehen. / FF VII Remake

Grafisch haben wir mit Final Fantasy VII Remake eines der wohl schönsten Spiele der gesamten Konsolengeneration bekommen. Und dabei ist Square Enix sogar das Kunststück gelungen, fantastische Optik mit dem visuellen Charme des Originals zu kombinieren. Jeder Ort, jeder Platz und jedes Detail, dass man aus dem Original vielleicht noch in Erinnerung hat, findet sich auch im Remake und lässt eine tolles Gefühl von Nostalgie und „die gute, alte Zeit“ aufkommen. Die raue Welt von Final Fantasy VII Remake ist einfach nur imposant in Szene gesetzt und lässt erahnen, was uns in der nächsten Konsolengeneration und in den folgenden Teilen bevorsteht.

Nach all dem Lob für die fantastische Optik, gibt es aber auch ein wenig Kritik an der selbigen. So wirken einige Texturen z.B. extrem matschig und unschön. Die Türen eurer Behausung in Sektor 7 sehen beispielsweise aus, als hätte man sie direkt aus der PS1-Fassung so übernommen. Auch das verspätete Laden einiger Texturen in Zwischensequenzen kann ein wenig unschön wirken. Unterm Strich muss man hier aber sagen, dass es sich dabei um Meckern auf extrem hohen Niveau handelt, da sich solche grafischen Schnitzer nur bei ganz genauem Hinschauen wirklich bemerkbar machen.

Wenn es um Sound, speziell um Musik, geht, macht Square Enix niemand etwas vor. Um es ganz kurz zu machen: Es gibt Perfektion. Und die finden wir im Soundtrack von Final Fantasy VII. Ob es nun die Titelmelodie ist, die treibende Musik in Kämpfen und actiongeladenen Zwischensequenzen oder melancholische Melodien in emotionalen Momenten… Alles passt perfekt zum Spielgeschehen und wertet die ansonsten sowieso schon phänomenale Atmosphäre noch weiter auf.

FF VII Remake Review
Die Bosskämpfe sind meiste besonders spektakulär in Szene gesetzt. / FF VII Remake

Wir möchten an dieser Stelle auch mal eine Sache loben, die oft ein wenig vernachlässigt wird: Die Synchronisation. In Deutschland haben wir zwar generell extrem hochwertige Synchros aber was man hier abgeliefert hat ist einfach nur fantastisch. Jede einzelne gesprochene Zeile geht ins Herz und sorgt in dieser sowieso schon tollen Atmosphäre für ein gewisses Extra, das man sonst nur selten in Spielen erlebt. Besonders die Stimme von Aerith hat es uns angetan. Was Schauspielerin Manja Doering, die unter anderem schon Jodie in Beyond: Two Souls ihre Stimme geliehen und auch im Film Final Fantasy VII: Advent Children Aerith gesprochen hat, hier mit ihrer Stimme anstellt, ist einfach nur der Wahnsinn. Zwar ist auch die Synchronisation aller anderen Charaktere fantastisch, aber in Aerith’s Stimme steckt irgendwas besonderes, das sich nur schwer beschreiben lässt.

Rein technisch gab es bei uns keinerlei Probleme. Keine Bugs, Glitches oder sonstige Fehler, die als solche zu erkennen gewesen wären.


Fazit

Ein Liebesbrief an das Original und seine Fans.

Trotz ein paar sehr kleiner Schwächen und verschenktem Potential, was die Spielwelt angeht, haben wir uns von der ersten Minute an in Final Fantasy VII Remake verliebt. Square Enix ist nicht nur das Meisterstück gelungen, das Feeling und die Atmosphäre des Originals einzufangen. Sie haben praktisch alles, was das Original so großartig gemacht hat, noch um einiges Verbessert. Final Fantasy VII Remake ist ein einziger, großer Liebesbrief an das Originalspiel und seine Fans.

Bei diesem Review handelt es sich um einen Gastbeitrag unserer Partnerseite

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Final Fantasy 7 Remake

9.1

Grafik

9.5/10

Sound

10.0/10

Gameplay

9.0/10

Umfang

8.0/10

Spielspaß

9.0/10

Pros

  • detaillierte Umgebungen und Charaktermodelle
  • grandioser Soundtrack
  • versteckte Geheimnisse
  • komplexes Kampfsystem
  • Geschichte wird ausführlicher erzählt

Cons

  • Nebenmissionen etwas simpel ...
  • ...und uninteressant
  • unübersichtliche Karte

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