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[Review] Need for Speed Hot Pursuit Remastered

Mit Need for Speed Hot Pursuit Remastered ist es nun da, das erste Remaster des Franchise. Vor ziemlich genau 10 Jahren erschien Need for Speed Hot Pursuit und ich muss zugeben, es ist einer meiner liebsten Teile der Reihe. Insgesamt ist dieser, gemessen an den Kritiken, einer der erfolgreichsten und scheinbar insgesamt bei der Spielerschaft recht beliebt. Trotzdem ist aus der Community klar, zu vernehmen, das Hot Pursuit bei den Fans nicht die erste Wahl für ein Remaster gewesen wäre. Recht häufig hört man hier eher den Wunsch die beleibten „Underground“-Spiele zu berücksichtigen, oder das ursprüngliche „Most Wanted“ aus dem Jahre 2005. Diese gehören, gemessen an den Kritiken, ebenfalls zu den erfolgreichsten Spielen der Reihe.

Need for Speed begann mit gnadenlosen Rasereien in tollen Sportwagen. Als Raser bekommt man es natürlich früher oder später mit der Polizei zu tun und so wurde dieser Aspekt auch zu einem Spielbestandteil, ehe man dann zusätzlich stark den weiteren Fokus auf das Tuning der Fahrzeuge legte. Mit Need for Speed Hot Pursuit ist man dann aber noch mal einen kleinen Schritt zurückgegangen und hat sich speziell mit dem Thema Gesetzeshüter auseinandergesetzt und sich überlegt wie man diese als gleichwertigen Gegenpart zur Fraktion der Raser aufbauen kann. Herausgekommen ist ein Rennabenteuer das man aus zwei verschiedenen Perspektiven betrachtet. Dabei spielt Tuning keine besondere Rolle mehr, sondern beide Fraktionen erhalten im Spielverlauf und durch Erfolge immer Leistungsfähigere oder für Spezialeinsätze vorgesehene Fahrzeuge.

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Auf einer Karte verstreut werden nach und nach Ereignisse und damit verbunden Missionen angezeigt. Über 120 solcher Events gibt es. Diese absolviert man jeweils für eine der Parteien. Als Raser ist das Primärziel im Grunde als erster ins Ziel zu kommen oder eine neue Bestzeit zu fahren, und nebenbei versucht man natürlich der immer wieder auftauchenden Polizei zu entkommen. Als eben diese, geht es darum Rennen zu beenden, die Raser zu stoppen und auszuschalten. Eine Story, wie es zuletzt gerne mal eine gab, oder eine Hauptfigur gibt es nicht. Als Spieler kann man bei beiden Parteien aufsteigen, entweder man sammelt Prestige oder Preisgelder bei der einen, oder man steigt im Rang bei der anderen. Dafür gibt es dann immer kraftvollere Boliden und das war es.

Das etwas simplere Grundkonzept ist aber nicht per se schlecht, denn das Hauptaugenmerk liegt hier klar auf dem Katz und Maus-Spiel und etwas Abwechslung gibt es dabei sogar auch. Denn es gibt bei den verschiedenen Missionen immer wieder neue Vorgaben, als Ziele die man erreichen soll und als Polizist bekommt man nach und nach unterschiedliche Gadgets die einem Helfen die bösen Raser aufzuhalten. Nagelbretter, EMP-Kanone, Straßensperren und noch mehr. Für Erfolge gibt es am Ende Medaillen, Bronze, Silber und Gold, man kennt das Prinzip.

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Der Fuhrpark ist recht überschaubar, insgesamt 75 verschiedene Fahrzeuge unterschiedlicher Hersteller, wie Ford, Porsche, Ferrari, Dodge oder Mercedes-Benz sind verfügbar. Das eine oder andere spezielle Modell steht dabei nur einer der Parteien zur Verfügung. Natürlich gibt es bei der ganzen Raserei auch Unfälle, oder man durchbricht bewusst eine Straßensperre, dabei entstehende Schäden sind jedoch rein optischer Natur und haben keinerlei Auswirkung auf das Fahrverhalten oder die Leistung der Fahrzeuge. Bei einem potenziellen Totalschaden tritt die filmreife Situationskamera in Aktion, die das Geschehen dann in Zeitlupe und aus speziellem Kamerawinkel zeigt. Das Ganze hat dann ein bisschen was von BURNOUT (an der Reihe hat Criterion Games ja auch großen Anteil).

Übrigens, eine Cockpit-Ansicht sucht man leider vergebens und auch Dinge wie manuelle Schaltung, oder anpassbare Traktions- und Stabilitätskontrolle sind dem actionlastigen Arcade-Konzept zum Opfer gefallen. Die Strecken sind insgesamt sehr schön gestaltet und stimmig, vom Detailgrad sicher nicht mehr so ganz zeitgemäß, auch wenn man hier ein wenig Hand angelegt hat. Da man aber meistens durch weitläufige Landschaften fährt, fällt dies nicht so sehr auf. Dafür ist auf den Straßen auch so gut wie nichts los. In den Gegenverkehr zu fahren, bedeutet in der Regel tatsächlich nur, die falsche Fahrbahnseite zu nutzen, gelegentlich kommt einem aber tatsächlich mal ein Fahrzeug entgegen. Die Fahrzeugmodelle sind auch recht ansehnlich und so gibt es auch in dieser Hinsicht nicht viel zu Meckern..

Die Musik während der Rennen sind lizenzierte Tracks von bekannten Interpreten wie „Bad Religion“, „Benni Benassi“, „Weezer“ und „30 Seconds to Mars“. Der Soundtrack bringt richtig Stimmung in die Rennen und macht durchaus Spaß. Dazu gibt es noch einen orchestralen Score von Marios Takoushis und Vanesa Lorena. Eine wohlklingende Erzählstimme begleitet die Handlungen und gibt gelegentliche Erklärungen.

Wer schon mal einen Titel von Criterion Games gespielt hat, oder einen anderen Arcade-Racer der weiß, wie simpel sich die Fahrzeuge steuern lassen. Geschwindigkeit ist ebenso wenig ein Problem, wie das durchfahren von Kurven. Selbst wenn man aus der Spur kommt, ist das noch lange kein Grund zur Sorge. In Need for Speed: Hot Pursuit ist man die meiste Zeit mit extrem hoher Geschwindigkeit unterwegs. Hier kommt es nur auf eines wirklich an – ein gutes Reaktionsvermögen. Wenn bei Tempo 250+ plötzlich eine Straßensperre auftaucht, hat man auch nicht mehr viele Möglichkeiten. Da wir es hier nicht mit einer Simulation zu tun haben und auch die Tuning- und Einstellmöglichkeiten fehlen, sind die Unterschiede bei den Fahrzeugen eben auch nur hier zu finden – bei Geschwindigkeit, Beschleunigung und Handling. Ein kleines Manko ist hier die nicht ganz so überragende KI der Kontrahenten und da es nur einen Schwierigkeitsgrad gibt, der sich stellenweise als zu leicht entpuppt, fehlt hier auf Dauer ein bisschen was an weiterer Herausforderung.

Vom Umfang her ist das gebotene schon ganz fein, zumal in die Remastered Fassung alle veröffentlichten DLCs integriert wurden. So hat man einige Strecken, Fahrzeuge und Events zur Auswahl. Die Karriere bietet ausreichend Missionen für etwa 20 Stunden Spielzeit. Darüber hinaus hat Need for Speed Hot Pursuit Remastered noch einen Multiplayer-Modus im Schlepptau, der schon beim Original ein Bestandteil war und jetzt noch erweitert wurde. Mit dem integrierten Autolog habt ihr ein internes Netzwerk, das auch plattformübergreifend über Leistungen und Bestzeiten eurer Freunde informiert und ihr so immer wieder neue Herausforderungen findet. Ebenso plattformübergreifend könnt ihr euch mit euren Freunden und anderen Spielern auch direkt messen. Hierbei stehen verschiedenen Spielmodi zur Auswahl, mit „Meistgesuchter“ und „Alle gegen Alle“ stehen sogar zwei völlig neue zur Auswahl.

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FAZIT

Need for Speed hat es als Reihe momentan nicht leicht, obwohl die meisten Spiele gar nicht schlecht waren. Bei jeder Neuankündigung hofft aber ein Großteil der Fans das entweder „Underground“ im Namen auftaucht, oder noch besser das Spiel das Konzept aufgreift. Speziell Need for Speed Underground 2 hat eine enorm große Fanbase. Wenn dann auch noch gezielt ein Remaster angekündigt wird, hat diese natürlich berechtigte Hoffnung, das es ihr Liebling sein könnte. Lässt man die Enttäuschung darüber, dass es nicht so gekommen ist, mal beiseite muss man objektiv sagen, dass man mit Need for Speed Hot Pursuit eine nachvollziehbare Wahl getroffen hat. Der Titel kam insgesamt recht gut weg, bildet im Grunde das Serienkonzept gut ab und macht durchaus Spaß. Der eine wird den Einzelspieler-Bereich mögen, der andere bevorzugt den Mehrspieler-Modus und sicher gibt es viele die in beiden Varianten gute Unterhaltung finden. Optisch ist das Spiel auch als Remaster keine Offenbarung, wenn man sich zum Beispiel Need for Speed Heat anschaut. Man hat es aber geschafft die technischen Makel der Originalfassung, wie Kantenflimmern und matschige Texturen zu eliminieren und mit größere Sichtweite, höherer Auflösung, neuen Umgebungselementen und besserer Performance das Ganze auch in 2020 zu einem spaßigen Titel zu machen. Da es sich hier auch nicht um einen Vollpreistitel handelt, darf man als Fan von actionlastigen Rasereien auf jeden Fall zuschlagen.

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