Star Ocean The Last Hope

[Review] Star Ocean – The Last Hope (4K & Full HD Remaster)

Die Menschheit hat den Planeten an den Rand der Zerstörung gebracht und sucht ihr Glück nun in den Sternen. In einer Generation, in der es von Remastered Versionen und Remakes nur so wimmelt, prüfen wir, ob Star Ocean – The Last Hope 4K & Full HD Remaster wie eine Rakete aufsteigt oder lieber auf der Startrampe bleiben sollte.

Im Jahre 2064 ist der dritte Weltkrieg ausgebrochen. Der brutale Konflikt zwischen der World Republic Federation und Ihren Gegner eskaliert so weit, dass beide Parteien selbst vor dem Gebrauch von Massenvernichtungswaffen nicht zurückschrecken. Im Zuge des Krieges wird der Planet in ein unbewohnbares Niemandsland verwandelt und ein Großteil der Bevölkerung getötet. Das Ende der Welt bevorstehend, einigen sich beide Fraktionen auf einen Waffenstillstand und suchen nach einem Weg, das Fortleben der Menschheit zu sichern. Zu diesem Zweck wird die Universal Science and Technology Administration, kurz USTA, gegründet.

An dieser Stelle setzt das Spiel an und ihr übernehmt die Rolle von Edge Maverick, einem Mitglied der Space Reconnaissance Force und seiner Kindheitsfreundin Reimi Saionji. Die Space Reconnaissance Force, bricht in hochmodernen Raumschiffen auf und begibt sich auf die Suche nach einem neuen Zuhause für die Menschheit.

Star Ocean The Last Hope
Die etwas klischeebehaftete Story dient jedoch nur als Einführung für das bevorstehende Abenteuer. Ihr bereist abwechslungsreiche Planeten, trefft einzigartige Charaktere und erlebt eine Geschichte voller Überraschungen und Wendungen. Da die Geschichte eine der großen Stärken von The Last Hope ist, werde ich hier auch nicht weiter darauf eingehen. Es gilt ganz klar, muss man selbst erlebt haben!

Präsentation:

The Last Hope ist ein Remaster eines mittlerweile acht Jahre alten Spiels und das sieht man auch.
Die Anime-Optik kann hier einiges kaschieren, jedoch stechen hölzerne Animationen, karge Landschaften und die maskenhaften Mimiken der Charaktere echt ins Auge. Das Spiel gehörte schon zum ersten Release, in 2009, nicht zu den grafisch aufwendigsten Titeln und gewinnt auch nach heutigen Standards keine Preise.

Was man dem Spiel und Entwickler Tri-Ace zugute halten muss, ist das Grafikdesign. 
Egal ob es um die Rüstungen und Waffen der Helden geht, die verschiedenen Raumschiffe oder die abwechslungsreichen Welten und ihre Bewohner, es wirkt alles stimmig.

Star Ocean The Last Hope Remasterd
Star Ocean – The Last Hope bietet die Wahl zwischen englischer und japanischer Sprachausgabe und deutschen Bildschirmtexten. Da ich Spiele, Filme und Serien in englisch konsumiere, habe ich mich für diese Sprachausgabe entschieden. Die Qualität der Synchronisation reicht von sehr gut gesprochenen Charakteren bis hin zu vollkommen lieblos abgelieferten Darstellungen. Sind die Hauptfiguren Edge und Reimi noch sehr unterhaltsam, wollte ich bei einigen Party-Mietgliedern lieber die japanische Sprachausgabe versuchen.


Technik:

Bei einem Remaster werfe ich immer einen genauen Blick auf die Technik. Hier hat sich Entwickler Tri-Ace auf Aspekte wie die verwendete Auflösung, die Objektdistanz, Kantenglättung und z.B. das Schattensystem beschränkt. Eine Unterstützung der PS4 Pro ist mit einer nativen 4K-Auflösung auch vorhanden. Zusätzlich hat der Entwickler umfangreiche Grafik-Optionen integriert, die identisch mit der PC-Version sind. Ihr habt die Möglichkeit z.B. die Auflösung, die Sichtweite und das Schattensystem nach den eigenen Wünschen anzupassen.

 

Star Ocean The Last Hope Remaster
Auf Konsolen ist so eine Freiheit bisher nicht üblich, weshalb es hierfür ein dickes Plus gibt.

Gameplay:

Star Ocean – The Last Hope ist ein klassisches JRPG wie etwa die Tales-Reihe oder Final-Fantasy. Ihr verbringt die meiste Zeit damit, Quests abzuschließen, Kämpfe auszutragen und die Spielwelt zu erkunden, die in schlauchartige Gebiete unterteilt ist. In der Wildnis und den Dungeons begegnet ihr Gegnern, entdeckt Schatztruhen und sammelt Ressourcen. In den Städten kauft Ihr neue Ausrüstung und könnt in Gasthöfen übernachten, um euch zu erholen.  

Neben Hauptquests, welche die Geschichte vorantreiben und euch quer über den Planeten schicken, werden euch auch viele Nebenquests geboten. Die Hauptquests stellen mit vertonten Zwischensequenzen, Rätsel-Einlagen und fordernden Bosskämpfen dabei klar den Löwenanteil dar. Die Nebenquests beschränken sich eher auf das Sammeln von Items oder finden von Personen.

Sobald Ihr mit einem Gegner kollidiert, wird es Zeit zu kämpfen. In den separaten Kampf-Arenen übernehmt ihr die Kontrolle eines eurer Partie-Mitglieder, während die anderen von der KI gesteuert werden. Die Kämpfe werden in Echtzeit ausgeführt und das Kampfsystem ist eingängig genug, um mit normalen Angriffen und der Unterstützung der Party-Mitglieder weit zukommen. Das volle Potential wird aber erst mit dem Einsatz von Spezialfähigkeiten und Zaubersprüchen komplett ausgeschöpft.

Von allen Möglichkeiten des Kampfsystems Gebrauch zu machen, wird von dem Spiel entsprechend belohnt. Nicht nur werden die Kämpfe dadurch einfacher, ihr könnt euch auch Verbesserungen für das Bonus Board verdienen. Dieses Feature hat mich während meiner Spielzeit am meisten beeindruckt hat.

Star Ocean The Last Hope Remastered
Durch verschiedene Aktionen wie Siege mit kritischen Treffern oder Spezialfähigkeiten, könnt ihr bis zu 14 Edelsteine für das Bonus Board freischalten. Die Edelsteine erhöhen etwa die Anzahl an verdienten Erfahrungspunkten, das Geld nach Kämpfen oder erlauben euch, Leben und Magiepunkte zurückzugewinnen. Je mehr Edelsteine ihr von einer Sorte habt, umso stärker fallen die Verbesserungen aus. Das Bonus Board bleibt euch erhalten, bis ihr das Spiel beendet oder euer aktiver Spieler selbst kritische Treffer im Kampf einsteckt.

Ein gut aufgebautes Bonus Board kann den Weg durch einen Dungeon oder das Trainieren von Charakteren sehr erleichtern. Wenn ein solches Board einmal zerstört wird, schmerzt der Verlust umso mehr.

Umfang:

The Last Hope bietet eine umfangreiche Story, die euch alleine für viele Stunden beschäftigen wird. Darüber hinaus könnt Ihr Nebenquests abschließen, versuchen das Kampfsystem zu meistern oder euch dem Crafting widmen. Nach dem Abschluss der Story stehen zusätzlich besonders harte Endgame Dungeons offen, um euer Können auf die Probe zu stellen.

Die Spielzeit von Star Ocean – The Last Hope liegt dadurch bei mindestens 40 Stunden, was bei einem 20€ Spiel nicht zu verachten ist.

Fazit:

Star Ocean – The Last Hope 4K & Full HD Remaster war selbst für mich, einen eingefleischten Rollenspiel und Japan-Fan, keine Liebe auf den ersten Blick. Die altbackene Grafik, veraltete Spielmechaniken und fehlende Erklärungen in den ersten Spielstunden werden die meisten Spieler vermutlich abschrecken. Wenn man sich aber durch den zähen Einstieg erstmal durchgebissen hat, erwartet den geduldigen Spieler ein überraschend umfangreiches Rollenspiel.

Das tiefgehende Kampfsystem, die wendungsreiche Geschichte, das witzige Handwerks-System und einige weitere gute Ideen haben mich für viele Stunden gut unterhalten. The Last Hope ist keine uneingeschränkte Kaufempfehlung, sondern etwas für Liebhaber des Genres. Wem eine gute Story und umfangreiche Systeme zusagen, der sollte dem Spiel eine Chance geben.

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Star Ocean™ – The Last Hope™ 4K & Full HD Remaster

7.1

Grafik

6.0/10

Sound

4.5/10

Gameplay

7.0/10

Umfang

10.0/10

Spielspaß

8.0/10

Pros

  • spannende Story
  • umfangreiches Kampfsystem
  • innovative Gameplay-Elemente (z.B. Bonus Board)

Cons

  • hölzerne Animationen & Mimiken
  • teils furchtbare Synchronsprecher
  • zäher Spielbeginn

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