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[Review] Surviving Mars (PS4)

Wer Aufbausimulationen oder Weltraum-Games mag, kommt sicherlich nicht an Surviving Mars aus dem Hause Paradox Interactive vorbei. Vertrieben wird das Spiel bei uns von Koch Media, die uns freundlicherweise ein Exemplar zur Verfügung gestellt haben.

Planlos

Nicht nur die Widrigkeiten des Mars selbst, sondern auch die Tatsache, dass der Spieler ohne echtes Tutorial auf dem roten Planeten abgesetzt wird, ergeben eine gewisse erste Planlosigkeit. Lediglich ein spärliches Hinweis-System steht euch zur Seite. Mehr als Tipps dürft ihr allerdings nicht erwarten. Da hat auch das “leichte Spiel” nicht geholfen. Gerade zu Beginn startet man das Spiel sicherlich mehrfach neu, weil man gravierende Fehler gemacht hat oder einfach mit dem Bau nicht zufrieden ist.

Wählt ihr ein reguläres Spiel, also einen höheren Schwierigkeitsgrad, so habt ihr freie Wahl des Landebereichs und des Sponsors. Die Story ist nebensächlich und hätte auch weggelassen werden können.

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Der Erfolg bzw. die Schwierigkeit einer Runde hängt neben eben diesem Sponsor, der etwa Bonus-Technologien gewährt, ganz massiv vom Standort ab. Bei einer Karte von 10×10 Sektoren wird es nicht eng und die Wahl ist nicht einfach. Es sollten generell möglichst viele Ressourcen auf der Karte sein. In Sachen Katastrophen hatten wir im Test immer Glück und wenige Probleme. Dies kann sich beim nächsten Durchlauf aber auch ändern.

Der erste Sektor ist bereits gescannt bzw. erforscht und die Startrakete kann dort landen. Sie versorgt euch sowohl mit Ressourcen als auch Drohnen. Für letztere stellt die Rakete die vorläufige Basisstation dar. Im Verlauf des Spiels können Hubs errichtet werden, die die Basis ersetzen. Schon geht es los und es gilt, Ressourcen herzustellen und eine Infrastruktur aufzubauen, um Kolonisten auf den Mars kommen zu lassen.

Herstellen, bauen, versorgen und von vorne

Befinden sich genug hergestellte oder erhaltene Ressourcen auf einem Lagerplatz, holen sich die Drohnen diese, um einen Bauauftrag abschließen zu können. Da Kolonisten einen Grundbedarf an Strom, Wasser und Sauerstoff benötigen, ist der stetige Ausbau notwendig. Die genannten Lager werden vom Spieler errichtet. Für den Bau und die Koordination der Drohnen muss man sich mit dem Controller durch die einzelnen Menüs bewegen, was mit ein wenig Übung locker von der Hand geht. Zu Beginn tut man sich damit schwer, weil es einfach nicht intuitiv gestaltet worden ist.

Die Ressourcen

Beton oder auch Metalle werden über die entsprechenden Gebäude selbst gefördert, indem wir auf Ressourcenfeldern bauen. Ein Scan hilft dabei, diese zu erkennen bzw. aufzudecken. Der Extraktor für Beton arbeitet autark, aber um an Metalle zu gelangen, werden Kolonisten benötigt. Für diese wiederum müssen eine ganze Menge anderer Voraussetzungen erfüllt sein. So gilt es jetzt, eine Glaskugel zu errichten, Wohnungen zu bauen und Servicegebäude aufzustellen.

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Die Kuppel

Für die Kolonisten bzw. die Gebäude innerhalb einer Kuppel existiert nur wenig Platz, der bestmöglich ausgenutzt werden sollte, um ein ausgewogenes Angebot zu schaffen. Je besser dieses ausfällt desto bessere Laune haben unsere “Gäste”. Eine Spezialisierung für die kommenden Kolonisten wählt der Spieler vor Raketenstart selbst aus. Außerdem können sowohl positive als auch negative Eigenschaften gewählt werden. Eine zentrale Rolle spielt außerdem das Alter, denn unsere Siedler durchleben einen ganz normalen Lebenszyklus.

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In Summe beginnt mit dem Landen der ersten Kolonisten-Rakete ein ewiger Kreislauf, der auch stressen kann. Die Bewohner benötigen genug Nahrung und Sauerstoff. Für das Halten oder Heben der Moral werden Entspannungs- und Einkaufsmöglichkeiten errichtet. Ein schlecht gelaunter Angestellter arbeitet ineffizient oder kommt gar nicht oder wird gar krank oder so demotiviert, dass er die nächste Rakete Richtung Heimat nimmt. Mit dieser Erkenntnis sollte die richtige Zusammenstellung der Wohnumgebung für die Menschen weise gewählt werden.

Das Forschen macht den Fortschritt

Zu Beginn der Reise existiert innerhalb einer Kuppel recht wenig Platz, der optimal genutzt werden sollte. Später jedoch werden mittlere und große Kuppeln verfügbar, die nicht nur unser Leben deutlich einfacher gestalten. Diesen Punkt im Spiel bzw. Fortschritt muss man aber auch erstmal erreichen.

Jetzt kommt der sehr umfangreiche Technologiebaum ins Spiel, der uns neben größeren Kuppeln auch allerhand andere Verbesserungen erforschen lässt. Diese Forschung kann durch wissenschaftliche Einrichtungen oder auch Anomalien auf der Karte gesteigert werden. Wurden letztere entdeckt, fährt man einfach mit einem Erkundungsfahrzeug an diesen Punkt.

Der Spieler bemerkt schnell, dass das reine Bauen von Gebäuden etc. nicht ausreicht. Man muss sich unter anderem auch um den Erhalt kümmern, indem Reparaturen angestoßen werden. Drohnen und Fahrzeuge wollen geladen werden und der Ressourcenhunger ist gigantisch.

Das Lied vom Frust

Nebst der Tatsache, dass Surviving Mars nicht einfach ist und das fehlende Tutorial es auch nicht besser macht, existieren noch ein paar Faktoren, die ziemlich nerven. So wechseln Kolonisten etwa nicht automatisch in eine andere Kuppel, ist sie auch noch so nah gelegen. Erst das manuelle Zuweisen einer neuen Wohnung leitet den Wechsel ein. Dabei könnte es so einfach sein, seine Wünsche in der Nähe zu erfüllen. Das macht das manuelle Ausbalancieren jeder einzelnen Kuppel essentiell.

Beim Zuweisen der Arbeiter funktioniert auch etwas nicht so richtig. Das Spiel versucht natürlich, passende Arbeiter zuzuweisen, aber ändert dies auch immer mal wieder. Für den Spieler wirkt was willkürlich und potentiell werden wichtige Ressourcen dann nicht weiter produziert.

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Auch sonst finden sich ein paar dämliche Fehler im Spiel, die hoffentlich flott gefixt werden. Bestes Beispiel beschreibt die Wegfindung der Transporter. Diese fahren einfach Luftlinie statt der Infrastruktur zu folgen. Denkt man daran nicht selbst, findet der Spieler seinen Transporter irgendwann irgendwo an einem Berg, weil er nicht weiterkommt. Bei einem derart durchdachten und komplexen Spiel kann das nur ein Bug sein.

Auch das User Interface spielt uns nicht in die Karten. Es dauert ein wenig, bis man sich im überladenen und unübersichtlichen Menü zurechtfindet. Das könnte der Entwickler noch deutlich komfortabler gestalten.

Die Komplexität machts

Surviving Mars ist komplexer, als es den Anschein macht. Um eine funktionierende Kolonie samt Kuppeln und Infrastruktur ans Laufen zu bekommen, muss man planen. Das beinhaltet vor allem die Kolonisten selbst. Die individuellen Eigenschaften der Menschen müssen bedacht und mögliche Katastrophen bei der Planung von Ressourcen eingerechnet werden.

So ist der Gamer ständig damit beschäftigt, durch alles zu rotieren und permanent die eine oder andere Verbesserung bzw. Optimierung einzupflegen. Das Finden von Lösungen ist nicht immer ganz so einfach. Diese Tatsache motiviert ungemein und schon verschluckt Surviving Mars eine Stunde nach der anderen, um die Kolonie zu perfektionieren.

Surviving Mars schaut ein wenig nach „Playmobil im Weltall“ aus. Zoomt man nah ran, sieht alles plastikartig aus, was aber nicht wirklich stört, da der Fokus auf dem Gameplay liegt. Die Schrift war am großen und weiter entfernten Bildschirm teilweise schlecht zu erkennen. Näher dran bei 24 Zoll konnten wir aber alles gut lesen. Wartet ihr eure Gebäude nicht ordentlich, so werden diese langsam von einer Staubschicht überzogen. Dieses Feature ist positiv ausgefallen, zumal es euch visuell zeigt, wo ihr noch aktiv werden solltet/müsst.

Der Sound ist satt und gut, die musikalische Untermalung in Ordnung. Auf Dauer hat diese aber etwas gestört, sodass wir im Hintergrund Spotify haben laufen lassen. Die Vertonung beschränkt sich auf englisch, aber da die Texte entsprechend lokalisiert wurden, kann man das verzeihen.

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Fazit

Surviving Mars wird stark unterschätzt. Es wirkt zunächst wie eine einfache und vor allem lockere Aufbausimulation, bietet allerdings mehr. Mit zunehmender Zeit wird das Spiel deutlich schwieriger und komplexer.

Gestört hat im Test das User Interface, das zu überladen ist. Außerdem nervt die KI mit der willkürlichen Zuweisung der Arbeiter, sodass oft nicht an den wichtigen Stellen gearbeitet wurde. Das Spiel ist ohnehin schon sehr schwer und diese Tatsache macht es nicht leichter und frustriert.

Das hat uns aber nicht davon abgehalten, das Videospiel wieder und wieder zu starten und Stunde um Stunde zu versuchen, die perfekte Mars-Kolonie auszubauen. Surviving Mars eignet sich nicht für jeden, ist aber definitiv zu empfehlen. Im Vorfeld sollten sich Interessenten das Gameplay bei Youtube oder Twitch anschauen.

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Surviving Mars

7.9

Grafik

7.0/10

Sound

7.5/10

Gameplay

8.0/10

Umfang

9.5/10

Spielspaß

7.5/10

Pros

  • Lange Spielzeit
  • Hoher Wiederspielwert
  • Viele unterschiedliche Gebäude

Cons

  • Kein Tutorial
  • Seltsame Arbeiterverteilung
  • Gebäude-Upgrades fehlen

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