The Lost Child

[Review] The Lost Child

Sobald man im Videospielbereich von gefallenen Engeln, okkulten Religionen, Gott und Anime-Grafik hört, kommt einem sofort die Shin Megami Tensei Reihe in den Sinn. Nur diesmal versucht ein anderes Spiel in diesem Bereich Fuß zu fassen, denn mit The Lost Child begleiten wir Hayato Ibuki in eine übernatürliche Welt voller Rätsel und Schätze. Ob das Spiel überzeugen kann, klären wir hier im Test. Die getestete Variante wurde auf der Nintendo Switch gespielt.

Das violette Licht

Hayato Ibuki ist Reporter für ein okkultes Fan Magazin. Leider läuft es für ihn nicht gut, denn durch die schlechte Auftragslage findet er nur wenige Informationen über das okkulte Treiben in Japan. Da sich aber in letzter Zeit immer wieder Suizidfälle bei U-Bahn-Stationen ereignen, möchte Hayato dem auf dem Grund gehen.

In der U-Bahn-Station angekommen, spricht Hayato mit mehreren Passanten, die erzählen ihm von einem violetten Licht, welches öfters hier auftaucht. Gefüllt von Informationen steht er am Bahnsteig und weiß nicht wie er weiter machen soll und plötzlich taucht das Licht auf. Geblendet von dem Moment fällt Hayato auf die Bahngleise, aber bevor er von dem herankommenden Zug erfasst wird, wird er von einer unbekannten Frau gerettet. Die Unbekannte erzählt dem geschockten Protagonisten, dass er der Auserwählte ist und den Koffer in ihrer Hand mitnehmen soll. Nach diesem kurzen Gespräch verschwindet die Frau in der Menge und war nicht mehr zu sehen.

Nichtsahnend und überfordert von der Situation taucht vor Hayato das violette Licht auf und es stellt sich heraus, dass es eine Frau ist, Lua. Diese erklärt ihm, dass es bald einen Krieg geben wird und nur der Auserwählte das verhindern kann.

Oh du schöne Welt … oder doch nicht?

Grafisch ist The Lost Child nicht das Beste, was es auf dem Markt gibt. Das Spiel ist ein Dungeon Crawler. Das bedeutet, dass man in verschiedenen Labyrinthen in der Ego Perspektive unterwegs ist. Solche Games weisen meist keine grafischen Highlights auf, denn die Umgebungen sind häufig ähnlich.

The Lost Child

Die typische Umgebung in einem Labyrinth

Leider ist es bei The Lost Child genauso, die Texturen der Umgebung sind matschig und nicht überwältigend.
Die einzigen Lichtblicke sind die Charaktererscheinungen und die Dämonen Sprites. Die Erscheinungen sind liebevoll gestaltet, man kann jede Einzelheit wunderbar betrachten. Besonders gut hat mir die schrullige Keziah Mason gefallen. Ihre Art, dem Protagonisten zu helfen, es aber nicht ganz schafft, ist herrlich. Ihr Aussehen und Ausdruck spiegeln sich in ihrer Erscheinung komplett wider.

The Lost Child

Keziah Mason

Abseits der Labyrinthe bewegt sich der Held auf der Oberfläche voran. Dies kann er aber nur von Punkt zu Punkt. Ein echtes interagieren mit der Umgebung ist nur in vorgegebenen Bereichen möglich.

Gotta Catch ‚Em All!

Wie schon erwähnt, ist The Lost Child ein Dungeon Crawler. Man verbringt die meiste Zeit in der Ego Perspektive und wird von Zufallskämpfen überrascht. Eine klassische Spielweise, die auch Neuerungen aufweist, denn in den Kämpfen besteht die Möglichkeit, Dämonen zu fangen. Dieses System bringt viel Motivation mit sich.

In Pokemon-Manier könnt ihr euch bis zu 250 Dämonen Untertan machen. Jeder Diener verfügt über unterschiedliche Attribute und Elemente, so ist es ein enormer taktischer Vorteil, wenn ihr die richtigen Dämonen einsetzt. Ein elementarer Vorteil bringt erhöhten Schaden und eine höhere Wahrscheinlichkeit einen kritischen Treffer zu landen.

Wenn Hayato den finalen Schlag mit dem Astral Burst durchführt, wird der Dämon gefangen. Der Astral Burst ist eine spezielle Fähigkeit, der die Dämonen in der Gruppe in eine Patrone verwandelt und anschließend auf den Gegner abfeuert. Im Laufe des Spieles erhält man verschiedene Patronen die einzigartigen Fähigkeiten und Elemente aufweisen.

The Lost Child

Der Astral Burst

Bevor der gefangene Diener benutzt werden kann, muss er noch geläutert werden. Diese Läuterung wird mit einer bestimmten Menge an Erfahrungspunkte durchgeführt.

Erfahrungspunkte und Karma bekommt man klassisch in rundenbasierten Kämpfen. Der Charakter mit der höchsten Geschwindigkeit darf den ersten Schlag durchführen und dann geht es immer nach der Reihe weiter. Das Karma (die Erfahrungspunkte bei den Dämonen) werden aber nach dem Kampf nicht auf die Diener automatisch verteilt, sondern gesammelt. Es gibt drei verschiedene Arten von Karma. Je nachdem, welchen Untertan man stärken möchte, wird ein Multiplikator eingesetzt und man bekommt dementsprechend mehr oder weniger Erfahrungspunkte. Bei den Protagonisten werden die Erfahrungspunkte automatisch aufgeteilt.

Bei einem Level-Up werden die Attribute bei den Dämonen automatisch verteilt, bei den Protagonisten können zusätzlich fünf Extrapunkte selbstständig verteilt werden. Dadurch birgt das Spiel unglaublich viel Tiefe, denn man ist selbstständig dafür verantwortlich, wie sich der Charakter entwickelt.

The Lost Child

Hier können Extrapunkte verteilt werden

Eure Gruppe besteht immer aus fünf Mitgliedern, wobei drei davon eure Diener sind und die anderen zwei Plätze mit den den beiden anderen Protagonisten, Hayato und Lua, besetzt sind. Lua spielt eine elementare Rolle bei den Kämpfen, denn sie kann heilen, supporten und magische Angriffe vollziehen. Wenn mann taktisch gut überlegt und gewisse Werte verbessert, bekommt man leicht einen Vorteil.
Zusätzlich könnt ihr noch fünf Wesen als Backup mitnehmen, die ihr, wenn nötig, im Kampf austauschen könnt.

Schätze öffnen wie ein Meisterdieb

Jedes Rollenspiel verfügt über unzählige Schatztruhen, die gefunden werden wollen. In The Lost Child gibt es solche Truhen auch, nur das es etwas komplizierter ist als normal. Findet man nun eine Schatzkiste, öffnet sich ein Bildschirm in dem zwei Leisten angezeigt werden. Die eine Leiste zeigt das Gefahr Level an und die andere gibt den Öffnungsfortschritt wieder.

Alle Teammitglieder verfügen in diesem Modus über Öffnungsfähigkeiten und je nach Fortschritt ändern sich die Parameter. Ist der Öffnungsfortschritt vollkommen gefüllt, bekommt man den Inhalt der Truhe. Wenn sich aber die Gefahrleiste ganz gefüllt hat, verliert man den Inhalt und erhält Schaden oder einen befristeten Malus.

The Lost Child

Vorsichtig öffnen!

Der Cyber Priester

Der nächste Punkt, der mir sehr gefallen hat, ist die Weiterentwicklung der Diener. Dieser Schritt kann bei dem Cyber Priester durchgeführt werden. Wie es sich für so ein Spiel gehört, ist dieser Geistliche nicht aus Fleisch und Blut, sondern ein großer Bildschirm. Er erklärt euch, wie das weiterentwickeln von euren Dämonen funktioniert.

The Lost Child

Der Cyber Priester

Ab einem bestimmten Level, der abhängig von den jeweiligen Dämonen ist, kann die Entwicklung mit einem speziellen Item durchgeführt werden. Das Ergebnis ist ein neuer Sprite und das Zurücksetzen des Levels auf eins. Natürlich fallen die Statuswerte wieder auf den Grundzustand herunter, aber nur durch die Entwicklung können die Diener neue Fähigkeiten lernen und noch stärker als zuvor werden.

Bei Enoch, ein Dämon den man im Laufe der Story bekommt, ist die Sprite Gestaltung sehr interessant gewählt worden. In der ersten Entwicklungsstufe hat er noch eine volle Rüstung an und in der zweiten steht er plötzlich mit freien Oberkörper dar. Da kann sich die Damenwelt auf jeden Fall freuen, denn es müssen ja nicht immer Frauen leichtbbekleidet herumlaufen!

Fazit

The Lost Child hat mich mit seiner Story überzeugt. Eine okkulte Religion, die von gefallenen Engeln angeführt wird und einen verheerenden Krieg auslösen will, einfach großartig. Im Laufe der Story kommen immer wieder interessante Wendungen auf, gepaart mit faszinierenden Charakteren und großartigen Dämonen.

Leider ist die Umgebung mit Texturen gespickt, die nicht der Zeit entsprechen. Das ist nicht wirklich schön gelungen. Wenn man aber bedenkt, dass das Spiel auch für die PS Vita konzipiert wurde, müssen aufgrund der Hardware irgendwo Kompromisse getroffen werden.

Das Kampfsystem ist klassisch rundenbasiert, bringt aber mit den elementaren Attributen verschiedene Vor- und Nachteile mit sich. Dadurch sind die Kämpfe immer fordernd und werden nicht langweilig. Die Rekrutierung der Dämonen macht Spaß und bringt Langzeitmotivation. Bei 250 Dämonen gibt es so einiges zu tun.

Ich empfehle The Lost Child für alle, die Dungeon Crawler a la Shining in the Darkness und Persona Q mochten und eine Vorliebe für sammelbare Dämonen haben. Natürlich darf man nicht von der Anime Grafik abgeneigt sein.

Wer sich aber auf die spannende Story und die liebevollen Charakteren einlässt, wird mit über 40 Stunden Gameplay belohnt.

Schließt euch Hayato Ibuki an und erforscht die okkulte Unterwelt von Japan.

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The Lost Child

8

Grafik

7.0/10

Sound

7.0/10

Gameplay

8.5/10

Umfang

9.0/10

Spielspaß

8.5/10

Pros

  • 250 Dämonen rekrutierbar
  • Schatztruhen öffnen ist ein Erlebnis
  • Der Cyber Priester

Cons

  • Umgebungstexturen nicht schön
  • Zufallskämpfe werden auf langer Sicht anstrengend

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