Yakuza Kiwami 2

[Review] Yakuza Kiwami 2

Mit Yakuza Kiwami 2 legt Publisher Sega den nächsten Teil der Yakuza Serie neu auf. Reisen wir also zurück ins Jahr 2006 (JPN) bzw. 2008 (EU) und schauen uns an, wie die bisher beste Story der Serie grafisch neu aufgelegt wurde. Die Dragon-Engine soll dafür sorgen, dass wir das Game auch in 2018 noch genießen können. Unser Test soll klären, was eventuell noch verändert wurde und wer bei diesem Titel zuschlagen sollte oder gar muss.Yakuza Kiwami 2 1

Missionen über Missionen

Yakuza Kiwami 2 ist ein Remake und so darf der Käufer nicht erwarten, dass sich das Spielgefühl bzw. Gameplay drastisch verändert. Folglich besteht der Spielablauf generell daraus, irgendwo hinzugehen und eine Mission zu starten. Davon existieren in der halbwegs offenen Welt von Yakuza bekanntlich Unmengen, also wird es sicherlich nicht so langweilig. Besonders interessant sind dabei natürlich die Beschäftigungen neben der eigentlichen Handlung. Ihr könnt z.B. Baseball spielen, die Spielhalle aufsuchen oder sogar einen Second-Hand Laden besuchen. Außerdem werden viele Kurzgeschichten in Form von netten Nebenquests erzählt.

Besonders letztere können richtig lustig sein. Gestartet werden diese Aufgaben bzw. Erlebnisse, wenn ihr euch mit den doch recht auffällig positionierten NPCs unterhaltet und euch deren Story anhören möchtet.

Altbewährtes im neuen Design

Natürlich löst Protagonist Kazuma Kiryu die meisten Probleme und Aufgaben, indem er die Bösewichte in die Mangel nimmt und ordentlich verprügelt. Von Taschendieb bis Mafia-Boss wird alles vermöbelt, was dem Drachen vor die Fäuste kommt. Als Grundlage dienen möglichst lange Kombos samt mächtiger Finishing-Moves. Waffen und diverse Gegenstände können ebenfalls eingesetzt werden.

Die genannte Dragon-Engine unterstützt die Fortführung der Story aus Kiwami 1 nicht nur in Sachen Grafik, sondern äußert sich auch bei den anderen Spielinhalten, wie etwa den Minispielen. Die Steuerung und natürlich die Fights selbst fühlen sich besser und flüssiger an, als beim Original.

Yakuza Kiwami 2

Immer druff

Zu den Gegenständen, die im Kampf genutzt werden können, zählen unter anderem Fahrräder, Mülleimer oder auch Tonnen. Waffen können ebenfalls wie gehabt aufgehoben und für Kämpfe verwendet werden. Allerdings kann Kazuma bis zu drei Messer oder auch andere Sachen dauerhaft equippen und per Knopfdurck hervorholen.

Neu und sehr unterhaltsam sind freischaltbare Finishing-Moves. Diese erhält der Spieler als Belohnung für das Absolvieren bestimmter Quests. Die Leute eilen euch dann zur Hilfe und der Move schaut cool(er) aus. Besonders erwähnenswert ist die Domina, die unserem Protagonisten eine Peitsche mitbringt.

Angriffe und Konter wurden von Yakuza 6 nach Kiwami 2 deutlich generft. Man kann nicht mehr so blauäugig in jede Aueinandersetzung laufen und muss deutlich besser blocken oder auch ausweichen, um bestehen zu können. Diese Änderung ist aber absolut kein Beinbruch, denn es resultiert lediglich ein etwas höherer Schwierigkeitsgrad als gewohnt.

Kloppereien in Gebäuden oder Räumen allerdings nerven gewaltig. Diese sind in der Regel einfach zu klein bzw. eng und darunter leidet die Übersicht massiv. Da hätte der Entwickler etwas flexibler vom Original abweichen sollen, um das Gesamtbild rund zu machen. Das war 2008 schon nicht gut gelöst und hat zur 2018er Version leider keine Verbesserung erfahren.

Ähnlich sieht es bei Begegnungen mit Feinden aus. Diese kann man nicht direkt verpreschen, sondern muss immer ein wenig warten. Aus Yakuza 6 ist der Spieler das ganz anders gewöhnt, konnte man dort direkt in eine Menge rein und Schläge austeilen. Auch in diesem Punkt hätte Yakuza Kiwami 2 ein Facelift gut getan.

Yakuza Kiwami 2

Großstadt oder Dorf?

In Kiwami 2 bewegt sich der Spieler mit Kazuma natürlich primär wieder in Kamurocho. Dies schließt auch den Park und den Champion District ein. Ein weiterer Teil der Hauptgeschichte findet außerdem in Sotenbori statt. Hier muss der Spieler im direkten Vergleich mit Yakuza 5 und Zero Abstriche verkraften. Dieser Bezirk wirkt einfach nicht so schön wie in den anderen Teilen. Auch in diesem Punkt hat man sich stark am Original orientiert. Das ist schade, aber eben auch nicht dramatisch, denn es handelt sich ja um ein Remake.

Neu ist nicht automatisch besser

Nicht alle gewollten Verbesserungen sind am Ende auch echte Steigerungen für den Gamer. Was Fans direkt auffallen wird, ist die Tatsache, dass nicht sämtliche Texte vertont worden sind. Das ist nicht dramatisch, fällt aber ins Auge bzw. Ohr.

Grafisch meckern wir auf hohem Niveau und nicht längst jeder Spieler wird das so kritisch sehen: Spiegelungen im Wasser hinterlassen einen etwas faden Beigeschmack. Diese sind in der Regel so gut sichtbar, dass man sie sich gerne auch mal in Ruhe anschaut oder anschauen möchte und dann werden sie irgendwie plötzlich abgeschnitten. Da z.B. hätte man auf die zusätzlichen Effekte verzichten sollen und es gleich unscharf lassen sollen, um es überspitzt auszudrücken.

Bei kleineren Spiegelungen wie den Pfützen wiederum ist das Gegenteil der Fall. Diese wirken einfach grandios.

Nicht nachvollziehbar ist die Tatsache, dass Objekte manchmal erst sehr spät erscheinen und wie hingezaubert wirken. Das störte in unserem Durchgang enorm. Vor allem, wenn man einmal drauf fixiert ist. Was da auch immer schief gegangen ist, wird hoffentlich mit einem Patch behoben.

Yakuza Kiwami 2

Gameplay, Gameplay, Gameplay

Im direkten Vergleich zu Yakuza 6 sind in Kiwami 2 endlich wieder mehr Schlüssel vorhanden. Diese können genutzt werden, um Schließfächer zu öffnen und allerhand Loot zu bekommen. Aber hier sind die Geschmäcker sicherlich verschieden. Den einen könnte die reine Quantität stören, denn dadurch wirkt die Kulisse nicht mehr so lebendig, weil dauernd kleine Schlüssel aufleuchten. Die andere Fraktion, dazu zählen wir uns mal dazu, sammelt in Videospielen einfach gerne und nimmt es dankend mit.

Man muss aber ganz klar sagen, dass diese immer wieder blinkenden Elemente und die Tatsache, dass man danach aktiv sucht, etwas am Ambiente kratzen. Der Spieler ist so fokussiert darauf, nichts zu verpassen, dass er an der einen oder anderen Stelle sicherlich dafür einen tollen Ausblick nicht mitbekommt.

Minigames als Zeitvertreib

Sowohl in Kamurocho als auch Sotenbori finden wir abwechslungsreiche Beschäftigungen, die abseits der Handlung des Videospiels liegen. Als Beispiel greifen wir nochmal das Baseball-Training auf. Dieses hat zu Yakuza 6 leider einen deutlichen Rückschritt gemacht. Das Handling ist etwas schwammiger und die Musik nervt massiv.

Das zentrale Element der Clan-Kämpfe wurde sogar starkt verändert. In Kiwami 2 müssen wir nämlich jetzt verteidigen, statt andere Clans zu attackieren. Dies geschieht in Wellen, ähnlich zu gängigen Tower Defense Games. In Summe laufen diese Kämpfe nun taktischer ab. Ein Trupp besteht aus acht Männern. Jeder von diesen besitzt eine spezielle Fähigkeit, aber lediglich vier davon können diese im Kampf einsetzen. Dafür ändern sich bei den restlichen vier Anhängern die generellen Stats.

Während dieser Schlachten haben wir oft die Orientierung verloren. Die Kamera hinterlässt in diesem Modus kein gutes Bild, wenn man statt nur nach vorne auch mal in andere Richtungen schwenken muss. Allerdings gewöhnt man sich recht schnell an diesen Umstand.

Online-Matches gegen andere Spieler fehlen leider komplett in diesem Yakuza-Teil.

Yakuza Kiwami 2

Fuffies im Club?!

Ein Minispiel der besonderen Art feiert in Kiwami 2 seine Rückkehr. Wir dürfen unser eigenes Flirt-Etablissement bzw. Lokal führen. Wir sitzen also auf der anderen Seite des Erlebnisses und müssen die Damen mit Schmuck etc. versorgen. Danach ist eine Zuteilung zum Gast nötig. Außerdem müssen ab und an Sonderwünsche der zahlenden Kundschaft erfüllt werden. Dieser Modus ist in jedem Fall seine Zeit wert und echt lustig.

Majima Saga

Ganz neu und deshalb abseits des eigentlichen Spiels finden wir den Modus „Majima Saga“. Diesen gab es zum ursprünglichen Release nicht. Ihr schaltet hier mit und mit mehr Kapitel frei. Diese erzählen die Hintergrundgeschichte von Kazumas „Erzfeind“ Majima aus dessen Sicht. Man erfährt als Fan also etwas mehr zu diesem gefeierten Charakter und dessen Erlebnissen.

Ihr solltet allerdings warten, bis ihr das Hauptspiel beendet habt, denn dann sind die Kapitel alle freigeschaltet und ihr könnt alles zusammenhängend genießen. Ansonsten dauert es potentiell zu lange, bis mal wieder ein Kapitel hinzugefügt wurde.

Yakuza Kiwami 2

Die eigentliche Handlung

Zur eigentlichen Handlung kann man nicht viel hinzufügen. Diese war damals schon super und so ist es 2018 auch noch. Wir lernen die zentralen Charaktere und ihre Verstrickungen in die Welt der Yakuza im Detail kennen. Tatsächlich ist bei Yakuza Kiwami 2 auch mal eine Frau als wichtige Hauptfigur vertreten, was sonst nicht der Fall ist/war: Die Polizistin Kaoru Sayama.

Man darf also nochmal festhalten, dass Kiwami 2 die bisher beste Storyline der Serie enthält!

Yakuza Kiwami 2

Fazit

Wir machen abermals als Kazuma Kiryu die Stadt Kamurocho unsicher und erleben eine tolle Story samt weiblichem Part und der zwischenmenschlichen Beziehung zum Protagonisten. Belebte Straßen, die unterschiedlichsten Minigames, actionreiche Kämpfe und Freischaltbares schnüren den Sack zu. Wer all das und ein Videospiel sucht, das an die Konsole zu fesseln weiß, muss hier zuschlagen.

Allerdings sollte man sich in der Welt von Yakuza ein wenig zurechtfinden. Im Idealfall empfehlen wir sogar, die chronologische Reihenfolge der kompletten Serie einzuhalten, weil man sich sonst entweder spoilert oder gewisse Zusammenhänge nicht versteht. Man sollte also nicht einfach als ersten Yakuza-Titel das Remake von Teil 2 einlegen!

Fans müssen in jedem Fall zuschlagen und das Remake genießen! Für diese Sorte Gamer ist Yakuza Kiwami 2 ein Pflichtkauf!!!

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Yakuza Kiwami 2

9

Grafik

9.0/10

Sound

9.0/10

Gameplay

8.5/10

Umfang

9.5/10

Spielspaß

9.0/10

Pros

  • Liebevolles Remake bis ins Detail
  • Beste Geschichte der Serie
  • Grafisch sehr aufwendig
  • Fordernde Fights
  • Optionale Ego-Perspektive

Cons

  • Manche Kämpfe unübersichtlich
  • Wartezeit vor Straßenkämpfen zu lang
  • Unübersichtliche Clan-Kämpfe
  • Nicht lokalisiert; weder Ton noch Text

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