AVerMedia Live Streamer Nexus AX310

[Test] AVerMedia Live Streamer NEXUS (AX310)

AVerMedia bringt mit dem Live Streamer NEXUS ein Produkt auf den Markt, dass für die Content Creator unter euch sicherlich sehr interessant ist. Die Box bietet nicht nur zwei unabhängige Audiospuren und diverse Eingänge für Konsolen etc., sondern auch einen 5″-Touchscreen zur Kontrolle und Interaktion eurer Live-Ereignisse. Ob Schalten von Szenen, Audioquellen oder auch Anpassen der Lautstärke, mit dem NEXUS ist das alles möglich. Werfen wir aber zunächst einen Blick auf unser Unboxing, welches den gesamten Paketinhalt zeigt:

Verarbeitung

Die Qualität der Hardware ist auf AVerMedia-Niveau, also absolut top. Das gilt sowohl für den NEXUS als auch den magnetischen Ständer, den Käufer im Paket finden. Der kapazitive IPS-Touchscreen reagiert schnell und zuverlässig. Alle Anschlüsse auf der Rückseite sind gut zugänglich, wenn auch mit einer leichten Einschränkung. Dazu später mehr. Das mitgelieferte Netzteil steckt sicher und fest in der Hardware.

NEXUS App x AVerMedia Assist Central

Wie der Name schon sagt, ist zentrale Anlaufstelle für Softwareupdates etc. die Software Assist Central. Diese kann ganz einfach direkt beim Hersteller bezogen werden. In dieser werden Software-, Firmware- und Treiberupdates angeboten. Den Check könnt ihr allerdings auch in der NEXUS App selbst durchführen. In jedem Fall solltet ihr besonders direkt nach Erhalt Updates suchen, diese installieren und euren Rechner neustarten.

Einrichtung

Die Konfiguration ist grundsätzlich einfach, der Teufel steckt allerdings im Detail. Eine erste kurze Zusammenfassung über die Ersteinrichtung habe ich euch mal in einem Video festgehalten. Es zeigt die Nutzung der Widgets und die Bedienung, wobei ich hier tatsächlich nur an der Oberfläche kratze. In Zukunft werdet ihr bei uns noch detaillierte Video zu den einzelnen Funktionen finden:

Wirklich interessant wird es bei der Verwendung des Dual-Mixes. Mit diesem könnt ihr einen Creator-Mix für euch und einen absolut unabhängigen Audience-Mix für eure Zuschauer erstellen. Die jeweiligen Mixe werden in den Windows Soundeinstellungen als Quelle angezeigt. In OBS nutzt ihr diese dann als „Audio“.

XLR-Mikrofon

An der Rückseite des NEXUS wird das Mikrofon angeschlossen. Verwendet habe ich in meinen Tests lediglich das Live Streamer MIC AM330, welches einwandfrei funktioniert. Aktuell ist der Hardware-Gain allerdings auf rund 30dB begrenzt, was den Einsatz von anderen Mikrofonen eventuell schwierig macht, sofern kein entsprechender Pre-AMP verwendet wird. Über die Software lassen sich noch 10dB Gain in Software konfigurieren, wobei ich nicht sicher bin, inwiefern sich diese Werte einfach addieren lassen. Von daher solltet ihr in jedem Fall schauen, ob und wie ihr die Hardware verwendet. Im AVerMedia-Ökosystem läuft alles einwandfrei. Sollte sich hier in Software/Hardware etwas ändern, werde ich entsprechend berichten.

Der Touchscreen

5 Zoll klingen zwar nicht groß, aber das IPS-Panel weiß zu begeistern. Je nach genutzter Streaming-Plattform könnt ihr z.B. den Chat anzeigen lassen, Szenen wechseln, Quellen ein- oder ausschalten, Sounds abspielen lassen und so weiter. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Auf dem Touchscreen stehen bis zu 100 Felder zur freien Verfügung, wobei manche Widgets durchaus auch mal vier oder gar sechs einnehmen.

Auf der rechten Seite befinden sich vier frei belegbare Funktionstasten. Hier nutze ich etwa meine wichtigen Links zur Streaming-Plattform und einem Bot-Anbieter, um schnell die essentiellen Apps oder Webseiten öffnen zu können. Leider fehlt bei den vier dedizierten Knöpfen eine Beschriftungsmöglichkeit, aber im Zweifel muss man sich das merken oder in der ohnehin geöffneten Software nachschauen. Letztere muss immer aktiv sein, damit das NEXUS funktioniert.

Die sechs Drehregler unterhalb des Bildschirms arbeiten im jeweiligen Mixer und schalten die Quelle per Knopfdruck auch stumm. Ansonsten sind diese recht selbst erklärend.

Fazit

Die Verarbeitungsqualität des AVerMedia Live Streamer NEXUS AX310 ist absolut top. Der magnetische Kickstand rastet perfekt ein und wackelt nicht. Beim Design existiert für mich persönlich lediglich bei der Rückseite etwas Verwirrung. Die Schnittstellen dort sind etwas eingelassen und so ist es schwierig, die Kabel mal eben zu tauschen, wenn es auch nur das Headset sein sollte. Durch die verdeckte Sicht auf die Eingänge sollte das NEXUS so platziert sein, dass man es auch mal eben anheben und drehen kann.

Beim Mikrofon werden sich aktuell wohl die Geister scheiden. Ein Gain von knapp 30dB reicht für die meisten aktuellen XLR-Mikros wohl nicht aus. Selbst mit der Anpassung von bis zu 10dB in der Software wird es nicht ausreichen, das gewünschte Ergebnis zu erhalten. User müssten dann eigentlich einen Verstärker nutzen, was das NEXUS eigentlich nicht mehr voraussetzen sollte. Dies sollte euch vor dem Kauf in jedem Fall klar sein. AVerMedia weiß bescheid und sobald es News dazu gibt, werde ich das entsprechend informieren. In Verbindung mit dem AVerMedia Live Streamer MIC 330 funktioniert das Szenario einwandfrei. Ich war sowohl mit dem Klang als auch den Einstellungsmöglichkeiten in der Software sehr zufrieden. Dennoch verwende ich die Filter lieber direkt in OBS Studio, um mehr Kontrolle über alle Interfaces und Filter zu haben. Wollt ihr jedoch im Dual-Mix arbeiten, empfiehlt es sich, die NEXUS-App zu verwenden. Die Konfiguration kann im Detail schon herausfordernd sein, aber hat man einmal den Durchblick, ist alles okay.

Die Kombination aus Streamdeck und USB-Audiointerface in einer Box klingt erstmal super. Das ist es grundsätzlich auch, wenn man von der aktuellen Mikrofon-Problematik absieht. Die Möglichkeiten der Widgets sind noch ein wenig beschränkt, werden aber im Laufe der nächsten Updates ausgebaut. Die Roadmap schaut sehr vielversprechend aus. Persönlich fehlen mir für meine täglichen Streams „Multi-Actions“, um mit einem Knopfdruck die Szene zu wechseln und meine Audioquellen zu schalten. Auch dieses Feature ist geplant und kommt hoffentlich zeitnah.

Die NEXUS-App benötigt noch etwas Feinschliff, aber seit der Beta habe ich eine stetige Entwicklung und Verbesserung erlebt. Für die Nutzung von OBS Studio müsst ihr die OBS-Websockets installieren und diese dann in den Einstellungen als „Account“ hinzufügen. Erst danach ist der Zugriff auf OBS Studio möglich.

Summa summarum bekommt ihr mit dem AVerMedia Live Streamer NEXUS eine Box zur zentralen Steuerung eurer Streams und Podcasts, die aktuell noch ein paar Schwächen zeigt. Zum einen wären das der niedrige Gain für das Mikrofon, was hoffentlich zeitnah gelöst werden kann, und die recht limitierte Möglichkeit der Aktionen für Streaming-Plattformen im direkten Vergleich mit der Konkurrenz.

Bleibt ihr im AVerMedia-Ökosystem, also NEXUS samt MIC 330, ist die Box sehr gut und durchaus eine Kaufempfehlung, wenn euch die Features ausreichen. Später kommt zwar potentiell mehr, aber wir müssen ja festhalten, was momentan verfügbar ist. Möchtet ihr euer bestehendes XLR-Mikro nutzen, so solltet ihr mindestens noch warten, bis eine Lösung oder ein offizielles Statement seitens des Herstellers kommt. Alternativ verwendet ihr einfach einen Pre-Amp und seid ebenfalls glücklich.

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