[Review] Dark Deity

[Review] Dark Deity

Klassische SRPG sind schon seit der Fire Emblem Serie ein beliebtes Genre. Daher ist es nicht verwunderlich, dass immer mehr Entwickler solche Spiele auf den Markt bringen. Sword and Axe hat auf der diesjährigen E3 Dark Deity, ein SRPG im Stile der GBA Fire Emblem Teile, angekündigt und überraschenderweise sofort auch veröffentlicht. Wie sich nun der Titel geschlagen hat, klären wir im Test!

Auch Kinder müssen in den Krieg ziehen

In der Welt von Dark Deity ist es zur Normalität geworden, dass Absolventen der renommierten Kriegsschule Brookstead zum Kriegsdienst einberufen werden. Diese Tatsache liegt daran, dass König Varic von Delia nach Rache dürstet. Sein Vater wurde vor Jahren durch einen hinterhältigen Anschlag ermordet. Varic hat sich geschworen den Kopf dieser Bande zu finden und öffentlich zu exekutieren. 

So wie die vorherigen Jahrgänge, muss nun auch der Absolvent Irving mit seinen Freunden in den Krieg ziehen. Nach einer kurzen Verabschiedung muss er zunächst weitere Krieger motivieren für den König zu kämpfen. Nach einer abermaligen Rekrutierungsaktion erfährt er von einem großen Unglück, dass von einer dunklen Gottheit heraufbeschworen werden soll. Im Laufe der Geschichte, findet sich Irving im Kampf zwischen mächtigen Göttern und dunklen Dienern wieder. Bald muss er sich mit anderen Kriegern zusammenschließen, um das große Unglück abzuhalten und der Welt Frieden zu bringen. 

Dark Deity
Viele und anspruchsvolle Kämpfe warten auf Irving

Starre Präsentation

In Dark Deity werdet ihr von einer Mission in die nächste transportiert, eine freie Bewegung dazwischen ist zu keiner Zeit möglich. Bevor nun eine Schlacht beginnt, bekommt ihr die Story nur starr präsentiert. Das bedeutet also, dass man die Gespräche und Unterhaltungen auf den Bildschirm verfolgt, ohne dass Zwischensequenzen auftauchen. Dies kann innerhalb von 28 Kapiteln doch sehr ermüdend wirken. Da die Story selber sehr vorhersehend ist, braucht man hier auf keine plötzlichen Plottwists hoffen. Was aber hingegen gut gelungen ist, ist das Charakterdesign an sich. Die Figuren unterscheiden sich komplett voneinander und es macht Spaß die Plaudereien zwischen den Kameraden zu verfolgen. 

Dark Deity
Eine zu starre Präsentation lässt ein Eintauchen in die Welt leider nicht zu

Vier Waffen für den Sieg

Startet nun die eigentliche Mission, wird man ein Schlachtfeld gebracht, wo die eigenen Kameraden in blau und die Feinde in rot dargestellt werden. Wie es in SRPG üblich ist, werden zuerst alle Figuren einer Seite bewegt, bis das Gegenüber dran ist. Jede Figur besitzt eine Klasse, die einer anderen im Vor- bzw. Nachteil ist. In Dark Deity wird aber nicht viel Bezug darauf genommen, denn etwaige Vorteile sind vor dem eigentlichen Angriff durch ein kleines Dreieck ersichtlich. Ist diese grün, befindet sich die angreifende Partei im Vorteil, sollte das Dreieck hingegen rot sein, befindet man sich im Nachteil. Dieser Aspekt ist clever gelöst, denn so brauch man sich nicht lange überlegen mit welchem Waffentyp angreift oder nicht. 

Spricht man in Dark Deity über Waffen, kommt das besondere Kampfsystem zu tragen. Anders als bei den Fire Emblem Teilen, haben die Charaktere keine zerbrechlichen Waffen, sondern vier permanente Angriffe die sich untereinander unterscheiden. So hat der Schwertkämpfer Irving neben den Langschwert auch ein Breitschwert, ein Rapier und ein Kurzschwert. Diese müssen bei dem bevorstehenden Angriff mit Bedacht ausgewählt werden. So hat das Rapier einen schlechten Damageoutput, dafür einen hervorragenden kritischen Wert. Möchte man mehr Schaden austeilen, wird man zum Breitschwert greifen, doch müsst ihr damit rechnen, dass die Trefferwahrscheinlichkeit sinkt. Um dieses Für und Wider abschätzen zu können, bekommt ihr ein Ergebnisbildschirm vor dem Angriff präsentiert. So könnt ihr vor jedem Schlag jede Waffe anwählen und überprüfen wie hoch der Schaden ist.  

Startet ihr nun einen Kampf, werdet ihr in einen neuen Bildschirm gebracht, wo die Kampfhandlung im klassischen GBA Stil abgehalten wird. Die Animationen dabei sind gut getroffen und definitiv einen Hinblick wert. Besonders schön sind die unterschiedlichen Arten, wie der Lebensbalken, bei einem besiegten Feind, zerberstet. Sollte ein Keulenangriff den Gegner ins Jenseits bringen, zerbricht der Balken. Stirbt er durch einen magischen Angriff, wird die Leiste von einem Vortex eingeschlungen. Ein wirklich gut gelungenes Detail! 

Dark Deity
Die kleinen Details während des Kampfes sind gut gelungen

Ist der Kampf beendet, bekommt die eingesetzte Figur Erfahrungspunkte gutgeschrieben. Habt ihr davon 100 eingesammelt, steigt der Charakter im Level auf. Die Statuswerte werden dabei im Zufall verteilt. Hat man eine gewisse Stufe und einen bestimmten Storyabschnitt erreicht, können die Charaktere auch die Klasse verändern. Insgesamt stehen einem dabei 54 unterschiedliche Jobs zur Verfügung. Mit dem Klassenwechsel kommt ein weiterer Punkt, der den Kampfverlauf verändern kann, hinzu, nämlich passive und aktive Fähigkeiten. Diebe haben die Fähigkeit ihr Gegenüber zu entwaffnen, wodurch diese für eine Runde keinen Waffenschaden machen. Heiler wiederum, können ihre Gefährten mit der aktiven Fähigkeit heilen und trotzdem noch mit der Keule zuschlagen. Die Vielfältigkeit in Dark Deity ist enorm und passt sich euren Spielstil komplett an.     

Dark Deity
Das Highlight sind die unterschiedlichen Klassen

Das Camp, eine Vielfalt an Möglichkeiten

Ist eine Schlacht erfolgreich beendet, findet ihr euch im Camp Menü wieder. Dort habt ihr die Möglichkeit eure Truppen für den nächsten Einsatz vorzubereiten. Haben gewisse Figuren im Kampf zusammengearbeitet, können durch Plaudereien ihre Beziehung gesteigert werden. Eine höhere Stufe bedeutet auch, dass sie in der Schlacht Bonis teilen. 

Dark Deity
Die Figuren können durch Plaudereien ihre Beziehung verbessern

Habt ihr von Feinden sogenannte „Tier Tokens“ gefunden, könnt ihr damit im Waffenmenü eure Ausrüstungsgegenstände aufleveln. Nur dadurch werden die Waffen stärker und verändern ab einer bestimmten Stufe das Aussehen. 

Dark Deity
Im Camp können die Waffen verbessert werden

Im Shop bietet euch der Verkäufer diverse Lebensmittel zum Erwerb an. Dadurch kann in der Schlacht das Leben von der eigenen oder benachbarten Figur geheilt werden. Was anfangs kurios ist, ist die Tatsache, dass man auch permanente Statusverbesserungen kaufen kann. Das liegt aber nur daran, da gefallene Verbündete nicht permanent Tod sind, sondern „nur“ einen dauerhaften Status Malus bekommen. Um diesen eben ausgleichen zu können, müssen solche Verbesserungen erworben werden. Glaubt aber nicht, dass man irgendwann zu stark wird dadurch. Die Gegenstände sind so teuer, dass es jedes Mal weh tut, wenn man solche Items kaufen muss.

Fazit

Man sieht bei Dark Deity, dass die Entwickler eine große Liebe zu klassischen SRPGs wie Fire Emblem haben. Auch wenn die Story und die Präsentation nicht überwältigend sind, so macht das Kampfsystem vieles richtig. Angefangen mit den aktiven Fähigkeiten, die sich auch wirklich etwas bringen und nicht nur ein dekorativer Effekt sind. Weiter zu den unterschiedlichen Klassen wodurch ich die ganze Zeit die Möglichkeit hatte meine Truppe so zu individualisieren wie ich es wollte. Abschließend zu den Kleinigkeiten, wie die Kampfanimationen, die dem Spiel viel Charme verleihen.

Ich bin der Meinung, wenn man zusätzlich noch mehr in die Storypräsentation investiert hätte, hätte der Titel eine große Bandbreite der Spieler erreichen können. So bleibt Dark Deity unter SRPG Fans ein Geheimtipp der bedenkenlos gekauft werden kann.    

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Was können wir verbessern?

Dark Deity

8.1

Grafik

8.0/10

Sound

7.5/10

Gameplay

8.5/10

Umfang

8.0/10

Spielspaß

8.5/10

Pros

  • Faire und fordernde Kämpfe
  • Kein Permadeath
  • 54 unterschiedliche Klassen
  • Kleine liebevolle Details

Cons

  • Schlechte Präsentation der Story
  • Keine Nebenaufgaben

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