Horizon Forbidden West

[Review] Horizon Forbidden West

Horizon Forbidden West ist die direkte Fortsetzung von Horizon Zero Dawn und spielt rund sechs Monate nach dem Finale des ersten Teils. Mit diesem war Guerrilla Games ein absolutes Meisterwerk gelungen, das innerhalb kürzester Zeit eine gigantische Fangemeinde aufbauen konnte und sich als „Marke“ schon kurz nach erscheinen einen festen Platz in der Gaming-Welt sicherte. Wenn man dann noch bedenkt das die Niederländer eigentlich eher als Shooter-Spezialisten galten und sich zuvor mit ihren Killzone-Spielen einen Namen machten, ist es umso beeindruckender wie sie diesen Genre-Wechsel gemeistert haben. Mit Fortsetzungen ist es immer so eine Sache, man kennt das, nicht nur bei Videospielen, sondern auch bei Filmen. Das sich die Fans einen zweiten Teil wünschen war klar und stand nach dem Erfolg des ersten Spiels auch schon früh fest. Kaum zu glauben, dass seitdem schon fünf Jahre vergangen sind. Trotzdem kann ich mich an meine ersten Schritte in Horizon Zero Dawn erinnern und auch an viele Schlüsselmomente, definitiv ein Beleg dafür wie sehr dieses Spiel mich überzeugen konnte. Nun will ich euch aufzeigen ob und wie Horizon Forbidden West auf mich gewirkt hat.

Horizon Forbidden West im Test

Horizon Forbidden West

Die Story von Horizon Forbidden West

Wie bereits eingangs erwähnt, setzt das Geschehen etwa 6 Monate nach dem Ende des ersten Teils ein. Aloy durchstreift die Lande auf der Suche nach neuen Verbündeten und nach einem Gegenmittel für eine sich ausbreitende „Seuche“. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht enthüllen, aber gerne darauf hinweisen das in Horizon Zero Dawn noch zahlreiche Fragen ungeklärt blieben, auf die eventuell Horizon Forbidden West eine Antwort liefern könnte. Für ausreichend Spannung und Abenteuer ist also auf jeden Fall gesorgt.

Wichtig ist mir, auf jeden Fall noch zu erwähnen, dass, dass ich das Spielen des ersten Teils auf jeden Fall empfehlen würde. Nicht nur weil es ein verdammt gutes Spiel ist und sich wirklich lohnt, sondern auch wichtig wäre, um der Handlung des zweiten Teils uneingeschränkt folgen zu können. Zu Beginn des Spiels gibt es zwar eine kurze Rückblende, diese dient aber eher als „Auffrischer“ und soll den einen oder anderen Story-Schnipsel noch mal in Erinnerung rufen.

Das Setting kurz angerissen – wir erkunden als wagemutige und unerschrockene Aloy unsere Welt, 1000 Jahre in der Zukunft. Moderne Zivilisationen sind untergegangen und die Menschen leben in Stämmen und relativ primitiven Siedlungen. Das Wissen von damals ist verloren und lediglich die in der Wildnis umherwandernden Maschinenwesen geben einen Hinweis darauf, das es einst eine fortschrittlichere Lebensweise gab.

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Das Gameplay – Open World-Action Adventure mit RPG-Einschlag

Horizon Forbidden West gewährt euch einen recht sanften Einstieg. Alle die vor kurzem ersten den ersten Teil nachgeholt haben, werden sich sofort zu Recht finden. Alle anderen sollten innerhalb der ersten ein oder zwei Spielstunden komplett wieder drin sein. Man erlernt verschiedene Grundlagen der Steuerung und wird mit verschiedenen Gameplay-Mechaniken vertraut gemacht. Nicht Besonderes, aber in diesem Fall irgendwie mit einem gewissen „Schön dich wiederzusehen“-Flair. Als man dann noch nach und nach auf alte Bekannte trifft und sich über die letzten sechs Monate austauscht, ist dieser Eindruck komplett. Dann geht es langsam in Richtung der zukünftigen Ereignisse und man fühlt sich irgendwie bereit. Sehr gut gelöst. Erst dann geht es auch richtig weiter mit den RPG-Elementen und deren Vorstellung. Man sammelt zwar vorher schon Ressourcen und findet interessante Dinge, aber erst dann beschäftigt man sich dann auch immer mehr damit, was man damit anstellen kann. Prima gelöst, aus meiner Sicht.

Natürlich baut Horizon Forbidden West auf der tollen Basis des Vorgängers auf, hat aber auch ein paar Neuheiten bzw. Anpassungen im Schlepptau. Diese sind jedoch überwiegend recht dezent und wirken allesamt sinnvoll. So dürft ihr eure Fähigkeiten über verschiedene Fertigkeitenbäume verbessern bzw. auch neue erlernen. Derer gibt es insgesamt sechs, die allesamt einen gewissen Spielstil unterstützen. Also ob ihr entweder auf Nah- oder Fernkampf setzt, aus dem Verborgenen heraus agieren wollt, oder eure Gegner gerne in vorher ausgelegte Fallen lockt. Natürlich lassen sich die verschiedenen Fähigkeiten auch super miteinander kombinieren. Dazu habt ihr die Möglichkeit, eure Rüstung zu verstärken und eure Waffen an Werkbänken zu verbessern.

Horizon Forbidden West

Ein gutes taktisches Mittel ist auch das Hinzufügen von bestimmten Waffeneffekten, um Spezialschaden zu verursachen. Das kann zum Beispiel Elektrizität oder Säure sein, um Gegner, die dagegen anfällig sind, besonders hart zu treffen. Wie schon im ersten Teil könnt ihr auch wieder besondere Schwachstellen der Maschinenwesen ermitteln und euch auf diese fokussieren. Wenn ihr eine Schwachstelle trefft, sorgt dies nicht nur für massiven Schaden, sondern ihr könnt diese dadurch auch abtrennen. Das kann euch besondere Ressourcen einbringen, Gegner Angriffsoptionen nehmen, oder euch sogar ermöglichen bestimmte Waffen zu erbeuten und einzusetzen. Dies ist Widerrum auch ein elementarer Teil der Spielmechanik. Im späteren Spielverlauf kann besonders der Kampf gegen größere Maschinen zu einer echten Herausforderung werden. Man muss sich dabei nicht nur auf die Elementarschwächen konzentrieren, sondern eben auch die nötigen Bauteile für benötigte Rüstungs- oder Waffenupgrades abschießen.

Auch der Nahkampf ist überarbeitet worden und fügt sich nun wesentlich dynamischer in das Kampfgeschehen ein. Während eines Kampfes könnt ihr diverse Combos ausführen, die euch nun auch wieder recht schnell zu einer eurer Fernkampfwaffen wechseln lassen. Das erhöht ebenfalls die taktischen Möglichkeiten. Mit fortschreitendem Spielverlauf erhält Aloy auch zusätzliche Gadgets, was ihr erlaubt sich an bestimmte, bisher unerreichbare, Orte zu begeben. Also klettern gleiten, tauchen, das volle Programm.

Auch das Klettern hat eine Überarbeitung erfahren und will uns mehr Möglichkeiten und Vielfalt vermitteln. Hier muss man tatsächlich erstmalig feststellen, dass dies schon etwas gewöhnungsbedürftig ist, wahrscheinlich ein wenig Übung braucht und am Ende wohl nicht jedem gefallen wird. Aloy kann halt nicht mehr nur an recht markanten und durch gelbe Markierungen hervorgehobenen Stellen klettern, sondern operiert hier recht häufig eher im Freestyle. Dazu kann sie mit ihrem Fokus die Umgebung scannen und zum Klettern geeignete Passagen erkennen. Dies erwies sich ab und an als zweischneidiges Schwert, denn so manches Mal habe ich eine Gelegenheit zum Klettern übersehen, während ich andererseits öfter gar nicht groß danach suchen brauchte.

Horizon Forbidden West

Im Westen nichts Neues?

Von wegen, natürlich ist der namensgebende Westen (den wir heutzutage noch als Kalifornien kennen) gespickt mit interessanten Orten, neuen Maschinenwesen und zahlreichen , Geheimnissen die entdeckt werden wollen. Durch das Tauchen hat Guerrilla eine sinnvolle Erweiterung ins Spiel gebracht, die das Gebotene wunderbar ergänzt und die ohnehin sehr detailreiche Welt noch ein wenig stimmiger erscheinen lässt. Auf ihrem Streifzug durch die bisher unbekannte Region stößt Aloy auf neuartige Maschinenwesen und einige Herausforderungen. Während wir im ersten Teil 25 verschiedenen Arten begegneten, sind nun derer 40. Auch hier hat Guerilla wieder ein wahnsinnig gutes Fingerspitzengefühl bewiesen. War Horizon Zero Dawn schon eine wahnsinnig gute Mischung aus toll funktionierenden, ineinandergreifenden Mechaniken, hat man es bei Horizon Forbidden West eindrucksvoll verstanden, das richtige Maß an „Fortschritt & Veränderung“ zu finden, die eine gute Fortsetzung braucht und alles harmoniert wunderbar.

Gleichzeitig haben die Entwickler die Open World von Forbidden West noch einmal ein deutliches Stückchen größer gestaltet als die Spielwelt von Zero Dawn und diese ist, steckt voller Aufgaben und interessanter Orte, die uns stetig von unserer Mission ablenken. Das schöne dabei ist das sich das Ganze so absolut stimmig präsentiert und einen der bei mir größten Kritikpunkte an vielen Open Worlds nicht mal im Ansatz aufkeimen lässt. Nämlich wenn mich das ganze Design der Spielwelt und das Konstrukt der Nebenaufgaben (von irgendwelchen recht belanglosen Nebentätigkeiten will ich gar nicht reden) dauerhaft von der Hauptstory abbringen und ich auch das Gefühl habe ich suche die ganze Zeit nur nach dem eigentlichen roten Faden. Aloys Abenteuer, egal wie groß oder klein, bilden ein wunderbares Gesamtbild und wenn ich einem einzelnen Dorfbewohner bei einem Problem behilflich bin, dann gibt mir das Gefühl, das es mich trotzdem in meiner Mission weiterbringt, weil es zu meiner Rolle passt und irgendwie meinen Wert und meine Stellung in der Spielwelt unterstreicht.

Horizon Forbidden West

Und, wie sieht es aus?

Wenn man bedenkt, das Horizon Zero Dawn 2017 schon phänomenal gut aussah und auf einer PS4 Pro ein überragendes optisches Niveau, bei hervorragender Performance bot, wurde hier auch noch mal nachgelegt. Natürlich muss man hier in der aktuellen Zeit etwas differenzieren., die bestmögliche Optik und Leistung bietet natürlich die PlayStation 5. Trotzdem ist es auch 2022 noch beeindruckend, was man aus einer PlayStation 4 herausholen kann. Mit der Optionsmöglichkeit auf 4K/30 fps oder 60 fps kann sich jeder PS5-Besitzer entscheiden, was ihm wichtiger ist, beide Modi haben ihre Vorzüge. Im Test gab es an einigen wenigen Stellen ganz kleine (fast winzige) Grafikfehler, von denen ich nicht mit Gewissheit sagen kann das sie nach dem Day One-Patch verschwunden sind. Auch bin ich einmal in einem Minenschacht im Felsen hängengeblieben und musste den Spielstand neu laden. Ich bin mir aber sicher, dass die Entwickler das in Kürze in den Griff bekommen. Sonst gab es technisch keinerlei Auffälligkeiten. Unabhängig davon ist die Open World wunderschön, detailreich und erkundenswert. Dazu auch sehr lebendig, neben den Maschinenwesen gibt es natürlich auch genug Menschen, die diese Welt bevölkern, die uns begegnen und mit denen wir auch interagieren können. Abgerundet wird das Ganze von einer tollen Soundkulisse und einem wieder mal phänomenal guten Soundtrack.

[Review] Horizon Forbidden West

Fazit

Kaufen! Erleben! Genießen! – mehr gibt es da im Grunde nicht zu sagen. Wer Horizon Zero Dawn klasse fand, der kommt an Horizon Forbidden West quasi nicht vorbei. Jeder der durch das Erscheinen der Fortsetzung nun (endlich) angefixt ist, sei herzlichst eingeladen dieses Meisterwerk zu erleben, sollte sich allerdings gut überlegen, ob er nicht lieber mit dem Vorgänger beginnt. Bereuen wird man es definitiv nicht, dafür lege ich meine Hand ins Feuer. Bezüglich der Story wird es sicher in Kürze ausschweifende Diskussionen und Vergleiche geben, welche denn besser ist, da werde ich mich aber nicht anschließen. Ich empfinde Horizon als ein eindrucksvolles Gesamtwerk. Beispielsweise Herr der Ringe funktioniert für mich insgesamt auch nur als Trilogie. Nicht das ich jetzt hier indirekt den dritten Teil anteasern möchte (oder doch?), aber als Gesamtwerk hat Guerrilla hier für mich die nahezu perfekte Fortsetzung kreiert.

 

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Was können wir verbessern?

Horizon Forbidden West

9.4

Grafik

9.7/10

Sound

9.5/10

Gameplay

9.0/10

Umfang

9.4/10

Spielspaß

9.6/10

Pros

  • Aloy
  • tolle Spielwelt & viele Details
  • hervorragende deutsche Vertonung
  • lange Hauptquest
  • gelungenes Crafting-System

Cons

  • Klettern teilweise etwas fummelig

Letzte Aktualisierung am 24.05.2022 um 18:43 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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