[Review] Immortal Redneck

Ach, wenn ich mich so zurückerinnere, wie viele Stunden ich mit The Binding of Isaac verbracht habe. Immer wieder gegen Mutter gekämpft, Satan das Fürchten gelehrt und schließlich Isaac aus dem Verlies gerettet.

Jeder Run war anders, schwieriger oder gar leichter, man konnte es nie wissen. Isaac hat mich immer überrascht. Manchmal liebte ich das Spiel und manchmal hasste ich es. Aber die Motivation hielt mich fest, ich wollte mehr spielen. Aber irgendwann verlies mich die Lust, aber trotzdem in der stillen Hoffnung, dass ich wieder Lust bekam auf so ein Spiel…

Wie ihr schon im Titel lesen könnt, geht es in diesem Review NICHT um The Binding of Isaac, sondern um Immortal Redneck, einen First-Person Shooter mit Roguelike-Elementen von Crema.

Ob das Spiel in die tiefen Fußspuren von The Binding of Isaac treten und mein Herz erobern kann, werde ich in diesem Review klären. Die getestete Version wurde auf Nintendo Switch gespielt.

Ein mumifizierter Redneck

Ja, ihr habt richtig gelesen, in diesem Spiel geht es um einen Redneck, der betrunken mit seinem Quad in der Wüste fährt, einen Unfall hat und stirbt. So klischeehaft wie möglich muss unser Protagonist (der immer nur als Redneck bezeichnet wird) natürlich auch mumifiziert werden. Aus unerklärlichen Gründen erwacht Redneck von den Toten wieder und muss nun drei Pyramiden bezwingen.

Damit ist die Storyline schon beendet, also mit der Geschichte des Spieles, kann Crema nicht unbedingt glänzen. Trotzdem gibt es viel mehr Elemente in diesem Spiel, die betrachtet werden wollen.

Ein Ausschnitt aus der „Story“ von Immortal Redneck

Rein gehen, schießen und sterben

Eines der Kernelemente von Roguelike-Spielen ist der Tod und der ist für immer. Nach einem „erfolgten“ Durchlauf fangt ihr wieder von vorne an. Nur das gesammelte Geld, welches ihr in den Pyramiden findet, könnt ihr mitnehmen und in diverse Upgrades investieren. Diese Verbesserungen braucht unser Redneck auch, um immer besser werden zu können.

Am Anfang jedes neuen Runs begebt ihr euch in eine Pyramide. Die Räume sind zufallsgeneriert, sodass jeder Spieldurchlauf anders ist. Redneck ist von Beginn an mit drei bis vier Grundwaffen ausgestattet, mit denen er sich bis an die Spitze kämpft. Aber bis zur Spitze ist es ein langer Weg voller Gegner und Bosse. Viele Räume sind wirklich groß aufgebaut, sodass es manchmal schwierig wird, alle Gegner zu finden, besonders wenn die Feinde so groß sind wie Frösche. Immortal Redneck hat dem Spieler da sehr geholfen, denn wenn man eine gewisse Zeit in einem Raum verbracht hat und es sind noch Feinde übrig, werden diese mit einer roten Umrandung markiert Damit sind die letzten Gegner kein Problem mehr.

Die Spitze der Pyramide ist mit einem Boss gekennzeichnet. Die Bosse sind zufallsgeneriert und benötigen besondere Aufmerksamkeit von Redneck. Denn jeder Endgegner ist einzigartig in der Weise, wie man sie bekämpft. Zum Beispiel ist da der Pharao, der, wenn er auftaucht, unverwundbar ist. Jedoch wenn er sich in einem seiner Sarkophagen versteckt, wird er verwundbar. Aber man kann ihn selber nicht angreifen, sondern muss die Sarkophage zerstören, dadurch verliert er leben. Das unterscheidet Immortal Redneck von anderen Roguelike Titeln.

Der Endgegner „Pharao“

Loot, Loot und noch einmal Loot

Im Zuge der Erkundung kann Redneck ein umfangreiches Arsenal an Feuerwaffen finden. Das Spektrum reicht von einem einfachen Bogen bis hin zu einer hoch entwickelten Teslapistole. Hier macht Immortal Redneck richtig Spaß! So viele Waffen, die sich alle unterschiedlich spielen. Nun fängt endlich mein innerer Sammeltrieb an, den ich bei The Binding of Isaac so genossen habe. Nur leider stellt sich dieser Trieb nach einer gewissen Zeit wieder ein, denn mit „nur“ 50 auffindbaren Waffen ist der Content schnell ausgeschöpft.

Natürlich bleibt es nicht nur bei den Waffen, denn man kann seine Fähigkeiten steigern bzw. verschlechtern, indem man Schriftrollen aufsammelt. Wenn man eine solche Schriftrolle am Boden findet, ist der Ausgang immer ungewiss, denn erst nach dem Aufheben sieht man, welcher Effekt auf Redneck angewendet wird. Hier war Crema richtig einfallsreich, denn die Palette reicht von „Jedes mal wenn ein Gegner geötet wird, erhält man Lebensenergie“ bis hin zur einfachen „Scheiße“. Ja genau, so heißt die Schriftrolle und hat absolut keinen Effekt, einfach genial!

Die letzte Komponente, die in den Pyramiden gefunden werden kann, ist Geld. Dieses Geld ist enorm wichtig, da Redneck nach dem Tod die Münzen im Startgebiet frei verwenden kann.

Für diese Gegenstände muss man natürlich auch etwas machen, denn umsonst gibt es in den Pyramiden nichts. Um an die ersehnten Goodies zu kommen, wollen Feinde besiegt werden. In klassischer First-Person-Shooter Manier schießt man sich durch die Horden. Redneck ist in den Schuss und Sprung Angelegenheiten unglaublich gut, denn die Steuerung, obwohl es auf einer Konsole ist, funktioniert. Ab und zu gab es in ein paar Sprungpassagen Probleme mit der Steuerung, aber im Großen und Ganzen war ich zufrieden.

Geld regiert die Welt

Mit dem gesammelten Geld könnt ihr nun im Startgebiet Gegenstände oder Medaillen beim Händler kaufen. Redneck kann immer nur eine Medaille mit in die Pyramide nehmen. Um weitere Medaillen freischalten zu können, müssen Blaupausen in den Pyramiden gefunden werden.

Den Händler müsst ihr aber vorher, einmalig, in einem Talentbaumsystem freischalten. Ja auch in diesem Roguelike Game gibt es Talentbäume und ich liebe Talentbäume.

In dem Talentbaum könnt ihr verschiedene Verbesserungen für Redneck erwerben. Mehr Munition, höhere Angriffsstärke, mehr Verteidigung etc. Je mehr Geld ihr in dem Baum ausgebt, desto größer wird er auch und das nicht nur auf dem Blatt. Ein nettes Feature ist, dass der Baum auch wirklich größer wird, sodass es optisch erkennbar ist, wieviel Geld ihr schon in die Talente von Redneck investiert habt.

Echt cooles Feature, der Talentbaum

Aber die wesentlichsten Punkte, die in dem Talentbaum gekauft werden können, sind die Segnungen von verschiedenen Gottheiten.

Erhaltet die Segnung der Gottheit

Ein wichtiges Element in Immortal Redneck ist, eine Segnung von einer Gottheit zu erhalten Diese Segnung entscheidet, welche Anfangswaffen und welche aktiven und passiven Fähigkeiten Redneck mit in die Pyramide nimmt.

Insgesamt können acht Gottheiten mit den unterschiedlichsten Fähigkeiten freigespielt werden. Zum Beispiel ist die Gottheit Aspis mit Stärke verbunden. Apis lässt Redneck von Anfang an vier Grundwaffen mitnehmen und die aktive Fertigkeit lässt den Protagonisten für eine kurze Zeit unsterblich werden.

Hingegen ist Sekhmet mehr auf Gesundheit ausgelegt, sodass ihr durch eine aktive Fähigkeit alles in einem Raum zu Fleischstücken macht, die eure HP heilen.

Nur ein kleiner Ausschnit der wählbaren Gottheiten

Dieses Gottheiten-System macht das Spiel unglaublich motivierend und hat mich auch dazu angetrieben, wieder in die Pyramide zu gehen und mehr Geld zu finden, damit ich neue Gottheiten freischalten kann.

Nach jedem Durchlauf kann man sich eine Segnung aussuchen, sollte man mit dieser Entscheidung nicht zufrieden sein, ist es kein Problem diese zu wechseln. Nur innerhalb der Pyramide kann man das nicht mehr machen.

Man muss also genau abwägen, welche Gottheit mit in die Pyramide kommt und welcher Spielstyle am besten zu einem passt.

Eine Übersicht der Götter

Fazit

Immortal Redneck hat mich über mehrere Stunden absolut gefesselt. Die Geschichte ist nicht wirklich das Wahre, aber so ein Titel braucht das auch nicht. Ich habe meinen Spaß mit Redneck gehabt, sein Dialekt und das Auftreten passen einfach.

Am Anfang war ich top motiviert alle Waffen zu finden, nur leider ist der Inhalt schnell ausgeschöpft aber die Schriftrollen lockern das Ganze wieder etwas auf, weil bei jedem Durchlauf gab es den Moment, dass ich wieder eine Neue gefunden habe. Das hat den Spaß und Motivation schnell zurückgebracht.

Der Talentbaum ist schön aufgebaut, ich mag dieses Feature, dass man den Baum auch in echt wachsen sehen kann. Auch sind die Talente, die man bekommt, nicht unnötig. Sie fühlen sich wichtig und in höheren Stufen auch spielentscheidend an.

Die Segnungen bringen noch mehr Tiefe in das Spiel, denn es macht einen extremen Unterschied in der Spielweise, ob man eine offensive oder defensive Gottheit auswählt.

Im Großen und Ganzen hatte ich Spaß mit Immortal Redneck, auch wenn ich es zuerst nicht gedacht hätte, aber Immortal Redneck hat viele Gefühlswelten von mir erreicht. Ich wurde motiviert, gefordert und verärgert.

Deswegen empfehle ich das Spiel jedem, der Spaß an Roguelike Titeln wie The Binding of Isaac oder Slay the Spire und kein Problem mit Permadeath und Neustarts hat. Dafür wird man aber mit neuen Waffen und Gegenständen belohnt.

Immortal Redneck

7.1

Grafik

6.5/10

Sound

4.5/10

Gameplay

8.2/10

Umfang

7.5/10

Spielspaß

8.7/10

Pros

  • Unterschiedlichste Waffen
  • Talentbaum mit Features
  • Fordernde Bosse
  • Motivierendes Gameplay
  • Göttliche Segnungen machen Spaß

Cons

  • Content ist überschaubar
  • Story so gut wie nicht da
  • Grafik und Sound eintönig

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.