Underhero

[Review] Underhero

Vom Unterling zum edlen Helden und das per Zufall! Das ist in dem neusten Ableger von Digerati möglich. Das Spielkonzept von Underhero unterscheidet sich aber enorm zu anderen Titeln. Mit einer Mischung aus Action und JRPG soll das Spiel an die Paper Mario Teile erinnern. Wie sich das ungewöhnliche Setting spielt, klären wir im Test!

Ein Held und ein Kerzenleuchter

Der epische Held der Geschichte ist auf seinen finalen Weg zum Herrscher der Finsternis, Mr. Stitches. Auf seiner Reise zu ihm, hat er schon viele Gefahren besiegen müssen, gefährliche Ritter, wütende Insekten und eine Armada an Monstern. Doch schlussendlich trennen ihm nur noch wenige Räume von dem bösen König. Nur noch eine letzte Bastion an drei Unterlingen möchte sein Vorhaben unterbinden. Die Diener hören den edlen Recken schon vor der Tür und bereiten sich auf den Kampf vor, nur 745 nicht. Plötzlich bricht die Tür auf und der Held stürmt heran. Während zwei Unterlinge versuchen den vermeintlichen Protagonisten in Schach zu halten, möchte 745 einen Steg hinaufziehen, damit er nicht zu ihm vordringen kann. Als er den Schalter betätigt, wird aber nicht der Steg hinaufgezogen, sondern der Kerzenleuchter wird mit enormer Geschwindigkeit fallengelassen. Dieser trifft aber nicht nur seinen Kollegen, sondern auch den tapferen Helden.

Plötzlich Stille, der Held ist gefallen. 745 weiß nicht was er machen soll und macht sich sofort auf den Weg zu Mr. Stitches, doch ein fliegendes Schwert stellt sich ihm in den Weg. Es stellt sich als Elizabeth die IV vor, die Waffe des Helden. Auch die Waffe kann nicht glauben was passiert ist, schlägt dem Unterling aber einen Deal vor. Er soll sie ab jetzt tragen und mit ihr zu Mr. Stitches gehen. Dort angekommen, hat der Herrscher der Finsternis schon die frohe Botschaft vernommen. Um sein Königreich nun wieder zu neuen Glanz zu bringen, zwingt er 745 dazu die vier Edelsteine zu seinen Weltenbossen zurückzubringen. Diese wurden zuvor von dem Helden abgenommen. Elizabeth kocht innerlich vor Wut und flüstert dem Unterling ein, dass er es machen solle, nur um anschließend Mr. Stitches zum Fall zu bringen. So begeben sich das Duo auf ein irrwitziges Abenteuer rund um Loyalität und Verrat. Welche Variante dabei siegreich sein wird, kann schlussendlich nur der Unterling entscheiden.

Underhero
Der Herrscher der Finsternis, ist froh über das Ableben des Helden

2D und Pixel

In Underhero ist es also eure Aufgabe den Unterling durch insgesamt vier Welten zu begleiten. Hierbei wird auf der knapp 20-stündigen Reise einiges geboten. Vom geheimnisvollen Wald bis hin zur melancholischen Eiswelt. Das Setting ist dabei durchwegs in einer modernen Pixelgrafik gehalten.

Underhero
Das Setting ist stimmungsvoll und schön

Die Bewegung erfolgt in klassischen 2D-Sidescroll Manier, von der dritten Dimension ist der Entwickler komplett ferngeblieben. Dieser Aspekt stört aber ganz und gar nicht, denn gerade die 2D Animationen passen optimal in das gesamte Konzept.

Spring da hoch!

Betritt man nun eine neue Welt, startet man mit dem Jump and Run Abschnitt. Dabei kann man die Welt teilweise ungestört untersuchen und Schätze finden. Überall sieht man Münzen, die nur darauf warten eingesammelt zu werden. Normalerweise wirken sich solche Taler nur auf den Highscore aus, aber nicht in Underhero. Mit der Währung, kann der Unterling diverse Verbesserungen oder Heiltränke erwerben. Diese sind enorm wichtig um stärker zu werden. Leider fühlen sich diese Abschnitte nicht immer sehr genau an. Dadurch kommen schnell Frustmomente auf, die den Spielablauf enorm stören.

Underhero
Frustige Momente bei den Plattformen

Duck dich!

Neben den Hüpfpassagen sind die Kämpfe ein wesentlicher Bestandteil in Underhero. Sieht man ein gegnerisches Monster vor sich, wird der Kampf mit Körperkontakt gestartet. Die Schlacht erinnert sofort an die ehemaligen Paper Mario RPG Teile. Denn man hat es hier nicht mit starren rundenbasierten Kämpfen zu tun, in Underhero ist man selber für Erfolg und Misserfolg verantwortlich. Greift ein Feind an, kann 745 darüber hinweg hüpfen oder sich ducken. Deswegen ist es enorm wichtig, die Mimik und Gestik des Gegenübers zu beachten. Kleine Geister zeigen vorher an wohin sie fliegen, oder die Echsenmenschen blinzeln zweimal, wenn sie von oben angreifen.

Natürlich kann sich der Underhero auch zur Wehr setzen. Es stehen ihm dabei ein Arsenal aus verschiedenen Waffen zur Verfügung. Diese müssen auch gekonnt eingesetzt werden, macht man das nicht, sieht man schneller den Game Over Bildschirm als einem lieb ist. Angefangen mit Elisabeth IV, diese kann verwendet werden um nahe Gegner direkten Schaden zuzufügen. Sollte der Gegner hingegen weiter wegstehen oder fliegen, muss der Underhero seine Schleuder auswählen. Möchte man einen enorm starken, aber langsamen Angriff starten, wählt man den Hammer aus. Durch die Vielfalt und den Interaktionsmöglichkeiten, machen die Kämpfe enorm Spaß und werden nicht langweilig.

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Die Kämpfe sind das Highlight in Underhero

Und plötzlich wurde es schwer

Ist die erste Welt geschafft, steigt der Schwierigkeitsgrad normalerweise in kleinen Schritten an. Doch weit gefehlt in Underhero, denn schon der zweite Abschnitt wird knüppelhart. Es stellt sich nämlich heraus, dass der Anfang nur ein langes Tutorial ist und die zweite Welt der wirkliche Beginn ist. Alles was man bis jetzt gelernt hat, wird ab da an auch abgefragt. Die Kämpfe verlangen genaue Sprung- und Duckaktionen. Auch die Gegner halten mehr und müssen punktgenau getroffen werden. Man darf aber daran nicht verzweifeln, die voranschreitende Story und die Gespräche kompensieren die Frustmomente allemal.

Underhero
Der Schwierigkeitsgrad steigt enorm an

So sieht also die andere Seite aus!

Neben den Weltbossen, spielt sich ein Großteil im Schloss von Mr. Stitches ab. Dort hat der Underhero ein Apartment, wo er wohnt und schläft. Dieses wird er aber im Spielverlauf nicht oft verwenden. Hauptsächlich dienen die Wohnungen als Schatzräume, denn in jeder Welt können Schlüssel gefunden werden, diese wiederum öffnen die passende Türe dazu. Dahinter verstecken sich oft Waffen- oder Gesundheitsverbesserungen. Daher lohnt es sich die Welten genau zu untersuchen und jeden Winkel zu erkunden.

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Die Aufenthalte in den Appartements sind kurz, aber lohnen sich

Natürlich lebt 745 nicht alleine in dem Schloss, seine Kollegen finden sich überall. Hier zeichnet sich Underhero besonders aus, denn die Konservationen zwischen den Monstern sind besonders lesenswert. Man merkt, dass die Diener des Herrschers genau die selben Probleme haben wie die Menschen. Egal ob zu geringe Bezahlung oder der neuste Klatsch über diverse Helden, alles wird innerhalb der Festungsmauern beredet. Es wird nicht zur belastenden Notwendigkeit mit allen Figuren zu reden, man möchte unbedingt alles von den Kollegen erfahren.

Underhero
Überall die selben Probleme

Fazit

Underhero ist ein liebevoll gestalteter Indie Titel mir viel Liebe zum Detail. Betrachtet man die Gespräche rund um die Kollegen von 745, macht es Spaß diesen zu zuhören. Es wirkt nicht belastende alle Monster anzusprechen, nein, man möchte mit allen reden und die Welt rund um den Unterling besser kennen lernen.
Die Hüpfpassagen sind das Manko an dem Spiel. Nicht nur einmal hat mich die Ungenauigkeit des Sprunges in den Wahnsinn getrieben. Aber letztendlich habe ich solange weitergemacht, bis ich auch den letzten Sprung gemeistert habe, auch wenn mir das mehrere Lebensjahre gekostet hat.

Die Kämpfe haben enorm viel Spaß gemacht. Ich habe mich sofort an die Paper Mario Teile zurückerinnert, wo das Ausweichen und das Kennenlernen der Angriffsmuster zum Überleben dazu gehört hat.

Möchte man eine Mischung aus Plattformer und Rollenspiel, gewürzt mit einer spaßigen und spannenden Story spielen, wird man mit Underhero definitiv nichts falsch machen.

Underhero

8

Grafik

8.0/10

Sound

8.0/10

Gameplay

7.5/10

Umfang

7.5/10

Spielspaß

8.8/10

Pros

  • Es wird die "andere" Seite des Heldentums thematisiert
  • Gute Mischung aus Plattformer und RPG
  • Einzigartige Charaktere
  • Kämpfe sind interaktiv

Cons

  • Ungenaue Hüpfpassagen
  • Stark ansteigender Schwierigkeitsgrad

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